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Video-Tutorial: So wählt ihr die richtige Bildrate für Slow-Motion-Aufnahmen

In diesem Video-Tutorial erklären wir die FPS-Einstellungen, die ihr normalerweise bei einer 4K-Kamera im Verbrauchersegment finden werdet und welche FPS-Einstellungen ihr für verschiedene Motive verwendet solltet.

Vor gar nicht allzu langer Zeit konnte man lediglich mit Kinokameras Zeitlupenaufnahmen machen. Oder zumindest konnte man nur mit Kinokameras Slow-Motion-Aufnahmen in HD-Qualität filmen. Dann haben im Laufe der 2010er-Jahre immer mehr Kameras im Verbrauchersegment angefangen, Slow Motion zu integrieren. Als auch handelsübliche Kameras anfingen 4K anzubieten, gab es eine technische Hürde, da zunächst nur 24 fps für 4K möglich waren. Nachdem ein bisschen Zeit verstrichen war, gab es bald aber auch höhere Framerates, um wunderschöne Slow-Motion-Aufnahmen in 4K zu drehen. Heutzutage – im Jahr 2021 – gibt es bereits Kameras im mittleren Preissegment wie die A7S III, die 4K mit 120 fps aufnehmen können. 

Aber was für eine Slow-Motion-Framerate solltet ihr für euren Online-Content verwenden? Zu niedrig und ein einziger Schritt könnte fünf Sekunden dauern. Zu hoch und man könnte den Zeitlupeneffekt in eurem Video kaum bemerken.

In dem Video hier unten erklären wir die FPS-Einstellungen, die ihr normalerweise bei einer 4K-Kamera im Verbrauchersegment finden werdet und welche FPS-Einstellungen ihr für verschiedene Motive verwendet solltet.

Ein kleiner Hinweis: Die Berechnungen und der Sprachgebrauch basieren auf dem Prinzip, dass 24 fps als Standard-Bildrate verwendet wird und wir konzentrieren uns heute lediglich auf die Zeitlupen-Framerates in 4K-Verbraucherkameras.


48/50 fps

Es kann gut sein, dass ihr eine Kamera habt, bei der man die Standard-Framerate lediglich verdoppeln kann und somit bei 48/50 fps für 4K liegt. Auch bei der Blackmagic 6K Pro ist das der Fall, wenn man mit der höchsten Auflösung von 6K filmt. Im ersten Moment kann das ein bisschen enttäuschend klingen, wenn andere Kameras bis zu 60 fps oder noch mehr bieten. Die doppelte Bildwiederholungsrate ist aber tatsächlich bestens geeignet für eine Reihe von Zeitlupenaufnahmen. Da jede Sekunde verdoppelt wird, ist nicht direkt sichtbar, dass es sich um eine Slow-Motion-Aufnahme handelt. Trotzdem ist sie – obwohl das etwas widersprüchlich klingt – langsam genug, um ein Element zu betonen. 

Female on Bus

48 fps sind perfekt für kurze Momentaufnahmen. Foto: Moha El-Jaw.

Zum Beispiel sahen die Wellen im Video-Tutorial so aus, als wäre natürliches Leben in der Bewegung. Wir können die Kraft des Ozeans erkennen, wenn die Wellen an die Felsen klatschen, und doch ist die Aufnahme langsam genug, um mehr Klarheit in die Elemente auf dem Bildschirm zu bringen. 

Ich finde außerdem, dass 48 fps perfekt für Momentaufnahmen ist. Was ich damit meine sind Szenen, in denen wir einen Moment sanft betonen können, ohne dass es nach Zeitlupe aussieht. Die Zeit wird einfach ein bisschen gestreckt. Vielleicht eine Berührung durch eine fremde Person, ein Mensch in Gedanken oder ein wertvoller Gegenstand, der auf eine Tischkante zurollt. Man muss die Geschwindigkeit des Objekts noch sehen können, aber gleichzeitig möchte man den Moment in die Länge ziehen, um Spannung aufzubauen.


60 fps

Zumindest für Online-Content ist 60 fps schon zur Norm für Zeitlupenaufnahmen geworden. Diese Einstellung ist 10-12 Frames schneller als 48/50 fps – also 2,5 mal so langsam wie 24 fps. Ist das überhaupt ein großer Unterschied?

Schauen wir uns das doch einfach mal an. Wenn wir nochmal zurück zum Video-Tutorial gehen, können wir einen Schauspieler in 24 fps auf die Kamera zugehen sehen. Mit einer normalen, etwas schnelleren Schrittgeschwindigkeit braucht er ganze zehn Sekunden vom Startpunkt bis ins Ziel. Wenn wir eine 48-fps-Aufnahme mit 60 fps vergleichen (48 links und 60 rechts) können wir sehen, dass es drei bis vier Sekunden länger dauert. Bei Filmarbeiten ist das gar nicht wenig.

60 fps sind also großartig für dramatische Charaktermomente. Die Aufnahme ist so langsam, dass sie auf jeden Fall auffällt und den betreffenden Moment stark betont. Egal ob das ein Hero Shot ist, der einen emotionalen Moment in den Vordergrund rückt, oder ob die Zeit in einer wichtigen Szene langsamer abläuft. Kurz gesagt: Setzt diese Einstellung überall ein, wo ein menschlicher Charakter im Spiel ist und ihr den Gedankengang der Person in einem menschlichen Moment nachvollziehen wollt.

Female Astronaut

Wir empfehlen 60 fps für euren “Heldenmoment”. Foto: Gorodenkoff.

Außerdem (jetzt kommt was Technisches) ist diese Bildwiederholungsrate langsam genug, um Ruckeln durch Bewegungen aus der freien Hand auszugleichen. In Kombination mit einem Warp Stabilizer erhaltet ihr eine schön gleichmäßige Bewegung aus der freien Hand, bei der man aber trotzdem noch Bewegung erkennen kann.


120 fps

Letztens habe ich mit meiner neuen Kamera herumgespielt und während ich so dabei war, lief ein Surfer vor mir auf die Küste zu. Ich dachte mir: „Hammer. Daraus mache ich eine gute B-Roll-Aufnahme oder ein Stock-Video.” Da die Kamera 120 fps in 4K filmen kann, dachte ich mir: „Ich geh jetzt mal auf’s Ganze und drücke einfach Record.” Das Resultat ist, wie ihr im Video sehen könnt, viel zu langsam.

120 Bilder pro Sekunde ist fünfmal so langsam wie der 24-fps-Standard und wird immer häufiger bei 4K-Kameras im mittleren Preissegment angeboten. Ganz realistisch gesehen braucht ihr diese Einstellung nicht, wenn ihr alltägliche Bewegungen filmen wollt. Wenn wir zum Beispiel nochmal zurück zu dem Schauspieler gehen, der im Tutorial auf die Kamera zuläuft, brauchen wir nun drei Sekunden für einen einzigen Schritt. Wann also braucht ihr 120 fps?

Eigentlich immer dann, wenn etwas so schnell passiert, dass es mit dem menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden kann. Oder auch für jedes Motiv, dass durch Bewegung verschwommen wird – rennende Tiere, Flüssigkeiten oder schnelle Sportarten können von 120 fps profitieren.

Woman Athlete in Mid-Leap

Die Einstellung mit 120 fps kann Action-Sport maßgeblich für die Zuschauer verlangsamen. Foto: Master1305.

Das soll euch jetzt nicht davon abschrecken mit 120 fps zu arbeiten. Diese Einstellung ist eine großartige Ergänzung für Kameras im mittleren Preissegment. Wenn ihr euch aber zwischen dieser Eigenschaft und einer Kamera mit eingebauten Neutraldichtefiltern entscheiden müsst, würde ich aufgrund der eingeschränkten Anwendungsbereiche für 120 fps oft Kameras mit eingebauten Neutraldichtefiltern empfehlen.


180 fps

Nun da es Framerates von 120 fps für 4K-Auflösungen gibt, könnt ihr inzwischen  auch noch schnellere Bildwiederholungsraten für 2K oder 1080 finden. Zum Beispiel 180 fps. 

Hier gelten die gleichen Prinzipien wie für 120 fps, denn den Bereich, der sinnvoll fürs Filmen von menschlichen Bewegungen ist, haben wir schon lange verlassen. Diese Bildrate eignet sich vor allem für Elemente mit mehreren Motiven, die sich schnell bewegen und noch stärker verlangsamt werden müssen. Wenn wir noch höher als 180 fps gehen, landen wir bei speziellen Bildwiederholungsraten, die in der Werbung, bei Tieraufnahmen und im Sport verwendet werden.

Horse Jumping

Mit 180 fps können wir die Action direkt einfrieren und selbst die kleinsten Details einfangen. Foto: Irina Maksimova.


Zusammengefasst

Fassen wir das alles nochmal kurz und knapp zusammen.

  • 48/50 fps, um Momentaufnahmen zu betonen und ihnen mehr Gewicht zu geben
  • 60 fps, um einen Charakter/eine Szene zu betonen und die Zuschauer in die Gedankenwelt des Charakters zu bringen
  • 120 fps für dynamische Motive, Elemente und Sportarten mit schnellen Bewegungen
  • 180 fps ist ähnlich wie 120 fps, aber es geht vor allem darum, Bewegungen zu verlangsamen

Ein weiterer Aspekt, den wir natürlich berücksichtigen sollten, ist der steigende Speicherplatz, der sowohl auf der Kamera als auch danach benötigt wird. Wenn ihr viel 120-fps-Videomaterial filmen wollt, solltet ihr bedenken, dass aus einer 30-Sekunden-Aufnahme letztendlich 2,5 Minuten werden. So kann es schnell dazu kommen, dass ihr auf einmal keinen Speicherplatz mehr habt.


Titelbild: Allison Coles.

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