Der Onlinehandel boomt. Wenn auch ihr in den E-Commerce einsteigen wollt, dann erfahrt hier, welche wichtigen Designregeln ihr dabei beachten müsst und wie wir euch dabei unterstützen.

Beim Onlinehändler OTTO hat sich die Nachfrage nach Fitness-Hanteln während der Corona-Krise im April dieses Jahres versechsfacht. Die Umsätze für Haar- und Bartschneider stiegen um 300 Prozent. Der Instrumentehändler Thomann erzielte 20 Prozent mehr Umsatz gegenüber November 2019. Keine Frage: Die Corona-Krise beschleunigt den Wandel im Einzelhandel. Auch wenn die genannten Produkte auf den Lockdown zurückgehen dürften – der Trend ist unumkehrbar. Der Anteil des E-Commerce wächst, der stationäre Handel geht zurück.

So ergab eine Studie über das Verbraucherverhalten in Großbritannien, Deutschland und Frankreich im März 2020: Der Anteil der Kunden, die über die Hälfte ihrer Einkäufe online erledigen, stieg um 25 bis 80 Prozent. Eine Mehrheit will zudem nach Abklingen der Pandemie trotzdem mehr in Webshops einkaufen. Davon profitieren auch in Deutschland nicht nur große Anbieter wie OTTO, insgesamt wuchsen die Umsätze im E-Commerce stark – im April um fast 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Außer bei Uhren und Schmuck sowie Auto- und Motorradzubehör gab es in allen Branchen Zuwächse.

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Chancen des E-Commerce nutzen

Angesichts dieser Zahlen solltet auch ihr überlegen, wie ihr diesen Trend für euch nutzen könnt. Vielleicht ist es an der Zeit, mit einem Webshop euer Geschäft zu erweitern, euren bestehenden Onlinestore aufzufrischen oder euren Kunden dabei zu helfen, erfolgreich im E-Commerce durchzustarten. Denn auch für kleine und mittlere Unternehmen ist der Onlinehandel eine sinnvolle Option. Wenn ihr bisher nur lokal präsent seid, könnt ihr zum Beispiel mit einem Onlineshop eurer Marktgebiet einfach vergrößern und landesweit eure Leistungen und Produkte anbieten. Gleichzeitig erhöht ihr eure Sichtbarkeit im Netz auch für eure Stammkunden vor Ort.

Wir bieten euch im Folgenden jede Menge Ressourcen, um euch mit kreativem Support beim Einstieg in den E-Commerce zu unterstützen.

1. Website-Baukästen für Onlineshops

Für Websites gibt es heute zahlreiche Anbieter von Templates, die meist auch Shop-Lösungen bereithalten. Andere haben sich ausschließlich auf die Entwicklung von E-Commerce-Baukästen konzentriert. Wir haben für euch dazu eine aktuelle Übersicht zusammengestellt. Dort findet ihr die besten Website Builder für Onlineshops oder für kleine Unternehmen, für einfache Stores bis hin zu komplexen E-Commerce-Anwendungen. Hier kommen nun weitere Tipps, die euch dabei helfen sollen, erfolgreiches Design im E-Commerce umzusetzen:

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2. Webshops: Funktional und nutzerfreundlich

Egal, wie gut eure Designs sind – am Ende kommt es darauf an, ob die Kunden eure Produkte kaufen. Und wiederkommen. Die Benutzeroberfläche eures Shops sollte also nicht nur gut aussehen, sondern auch mit wirksamer Nutzerführung und einer klaren intuitiven Navigation glänzen. Die Seite muss schnell laden und eure Kunden dazu bringen, leicht von der Produktauswahl bis zum Kauf zu gelangen.

Die Website von Freeletics, einem digitalen Fitnesscoach, fällt durch die vielen lebendigen Sportfotos, das wertig wirkende, dunkle Design und die auffälligen Call-to-Action Buttons auf.

Die User Experience (UX), also das Nutzererlebnis, sollte deshalb im Mittelpunkt eures Designs stehen. Es geht um Nutzwert, Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und Attraktivität. Können die Kunden einfach die Produkte ihrer Wahl kaufen? Ist der Auswahl- und Kaufprozess klar und effizient? Ist der Shop für alle Nutzer leicht zugänglich? Werden die User von der Gestaltung der Website angesprochen? Achtet außerdem auf sinnvolle Suchfunktionen, genaue Produktinformationen, die leichte Auswahl von Produktvarianten (Größe, Farbe usw.), einen transparenten Bezahlvorgang sowie Kontaktmöglichkeiten, wie die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Kundenservices.

Kurz: Eure Websites müssen kundenzentriert, aber auch informativ und ansprechend sein. Daher solltet ihr eine nutzerfreundliche Shop-Lösung natürlich unbedingt mit einer stylischen Gestaltung kombinieren. In diesen Layout-Tipps für Webseiten stellen wir euch einige Beispiele dafür vor.

3. Design muss zu Produkten passen

Layout und Gestaltung des Onlineshops sollten von Anfang an deutlich machen, was auf eurer Website angeboten wird: Designermode, Lebensmittel vom Bauernhof, besonderen Kaffee oder coole Gadgets – stimmt das Design auf euer Angebot und eure Marke sowie die entsprechenden Zielgruppen ab.

Formfreud lässt in seinem Onlineshop die auffälligen Produkte für sich sprechen. Starke Farben und ein verspieltes Design zeigen deutlich, dass es um Spielzeug geht.

Im Vorfeld solltet ihr euch deshalb Zeit nehmen für eine gründliche Markt- und Nutzeranalyse. Erst danach geht es daran, das Design zu entwickeln, damit sich Layout und Farbpaletten, Typografie und Bildwelten (Fotos, Illustrationen, Icons) an eurer Marke und euren Produkten orientieren. Achtet dabei auch auf Überschriften und einen schnell ladenden Startbildschirm, beziehungsweise Preloader mit eurem Branding.

Waterdrop präsentiert seine mit Frucht- und Pflanzenextrakten angereicherten Wasserprodukte in einem stylischen Webshop-Layout an – minimalistisch, klar und farbenfroh.

Lotuscraft verkauft sein Yoga-Zubehör mit auffallenden Header-Fotos und übersichtlichen Produktseiten.

4. Attraktive Bildwelten für euren Onlineshop

Ein Webshop wirkt durch die Auswahl der passenden Bilder lebendiger und immersiver. Online-Nutzer sind visuell orientiert – hochwertige, emotional ansprechende Bilder sind daher ein wichtiger Aspekt der Benutzerfreundlichkeit. Mit großformatigen Fotos auf der Homepage oder den Kategorieseiten setzt ihr das generelle Stimmungsbild eures Onlineshops. Illustrationen dagegen können eurer Website eine Portion Originalität verleihen und euren Store von der Konkurrenz abheben.

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Branchentypische Motive oder visuelle Konzepte: Mit Stock-Bildern bekommt ihr eine große Auswahl an Fotos, die für alle Arten von E-Commerce-Angeboten geeignet und für den Online-Einsatz optimiert sind. So schaffen Porträtfotos eine menschliche Verbindung zu den Besuchern eures Webshops und passen daher hervorragend für die Bereiche Mode, Beauty oder Lifestyle. Beeindruckend sind auch florale und botanische Hintergründe, zum Beispiel für Blumenläden, Hochzeit- und Eventplaner. Expressive Blütendesigns gehören daher zu Recht zu unseren kreativen Trends 2020. Denn sie sehen nicht nur wunderschön aus, sondern sie machen den Besuch eures digitalen Shops auch zum sinnlichen Erlebnis. Weitere Tipps zum Einsatz von Stock-Bildern im E-Commerce bekommt ihr hier.

5. Farbpaletten und Typografie

Wenn ihr die Farben für euer Shop-Design auswählt, solltet ihr euch auf maximal vier Farbtöne beschränken. Findet für die dominante Farbe, die am besten zu eurem Angebot passt, entsprechende Sekundär- und Akzenttöne. Die Kombinationen sollten gut harmonieren und die Lesbarkeit eurer Website nicht beeinträchtigen. Verzichtet lieber auf knallige Hintergründe oder nervige Animationen, wenn sie nicht zu eurem Image passen. Welche Farbschemen am besten auf Wellnessprodukte oder Nahrungsmittel und Getränke abgestimmt sind – das erfahrt ihr in diesen Tipps.

Wenn ihr eine Farbpalette für eure Website für Bekleidung auswählt, konzentriert euch immer auf das Produkt selbst. Die Farbpalette sollte die Kleidung und die Models ergänzen, ohne sie in den Hintergrund zu rücken. Neutrale Farbtöne können langweilig wirken, aber wenn sie richtig eingesetzt werden, können sie das Produktangebot wirklich zum Glänzen bringen. Sie eignen sich hervorragend als Hintergrund für Einzelhandel-Websites.
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Jacob Lund

Erdtöne und Bauernmärkte passen ideal zusammen: Vergesst unattraktive Schlammtöne und setzt stattdessen auf kräftige Grün- und Gelbtöne, in Kombination mit einem satten Braun. Herbstliche Farben erinnern an üppige Gärten und ertragreiche Obstplantagen.
Bilder:
marcin jucha und chelovector

Achtet bei der Auswahl von Schriften und Schriftkombinationen auf ihre gute Lesbarkeit auf verschiedenen Bildschirmgrößen. Sie sollten zudem eure Marke und eure Produktwelten gut widerspiegeln. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Fonts für euren Onlineshop geeignet sind.

Die Sneaker-Marke allbirds setzt in ihrem Shop auf auffällige, klare Headlines und großformatige, helle Fotos.


Webdesign im Onlinehandel

Der Weg eurer Kunden von der Landeseite zur Produktseite bis zum Warenkorb sollte zwar möglichst klar und kurz sein. Trotzdem solltet ihr diesen immer auch mit einem attraktiven, einzigartigen Design versehen. Denkt immer daran: Eure Website ist für echte Nutzer und Kunden gedacht, die sich für eure Produkte oder Services interessieren.

Nutzt jetzt den Trend zum E-Commerce und geht auf eure Kunden zu. Mit Design-Tipps, ausgesuchten Kollektionen und jeder Menge Fotos und Illustrationen stehen wir bereit, um euren Einstieg in den Onlinehandel zu unterstützen.


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