Seit Jahren hörte man immer und überall, dass die Zeit gedruckter Medien vorbei sei. Nur wenige Prognosen waren falscher als diese.

Während manche Auflagenzahlen fallen, liest man bei der American Marketing Association, dass das auch damit zusammenhängt, dass »sich die Leserschaft von Print-Publikationen auf die Kernzielgruppen und auf wirklich aktive Leser konzentrieren«, was aus Werbesicht ja absolut wünschenswert ist. Allerdings haben digitale Medien die Erwartungshaltung an Print-Anzeigen stark verändert, die Lesegewohnheiten sind heute andere. Will man heute neue Zielgruppen über Print gewinnen, müssen Marken sehr viel mehr in die Kreation, in wirklich spannende Ideen und wirklich aufregende Gestaltungsansätze investieren. Das heißt auch, dass Kunden mutiger vorgehen müssen und Marketingverantwortliche neu denken lernen müssen – eine riesige Chance für wirklich gute Texter, Designer und Kreative.

Wir haben 25 herausragende Print-Ads für euch zusammengestellt, die euch Ansätze für wirklich mutige Anzeigen liefern. Atmet neue Luft und beweist euren Kunden, was »so gut wie gedruckt« funktioniert.

1. Arbeitet mit optischen Illusionen

Bild via Creative Bloq.

Das Ziel der allermeisten Print-Anzeigen ist es, den Wert eines Produkts oder einer Marke herauszustellen. Nichts eignet sich dafür besser als ein intelligentes Bild. Jeep lädt potenzielle Kunden mit dieser Anzeige dazu ein, aus üblichen Gewohnheiten auszubrechen und unterstreicht das auch gleich mit der Tagline: »See whatever you want to see.« Wenn man das Bild von der üblichen Leserichtung aus betrachtet, sieht man eine Giraffe. Sobald man die Anzeige um 180 Grad dreht, erscheint ein Pinguin. Das Lesen der Anzeige selbst wird zum Abenteuer.

2. Spielt mit Schatten

Bild via BuzzFeed.

Eine Marke, bei der sich alles um Fantasie und Experiment dreht, kommt nicht um eine visionäre Print-Erfahrungen herum. Und genau so eine visionäre Anzeige ist Lego hier mit den perfekt eingesetzten Schattenmotiven gelungen. Klar – ein Erwachsener sieht nur Legosteine, aber wie war das nochmal als Kind? Ein Kind erkennt völlig neue Welten und kann diese mit Lego wie aus dem Nichts erschaffen. Indem die Macher die Farben der Steine an das Lego-Logo selbst koppeln, gelingt die perfekte Markenbegleitung.

3. Macht starke Aussagen

Bild via Chemistry.

Kein Zweifel – eine starke Headline lässt jede Anzeige wirken. Diese hier für die Irish Cancer Society stammt von der in Dublin ansässigen Kreativagentur Chemistry und knallt mal so richtig. Die Überschrift schockiert – »Ich möchte Krebs bekommen.« Die Subline fängt die Aussage dann gelungen auf – »und ihm das Genick brechen« (sinngetreu übersetzt). Auf jeden Fall denkt der Leser über die Organisation selbst und über die damit in Verbindung stehende Krebsforschung und -behandlung nach.

4. Weckt das Interesse eures Publikums

Bild via WWF Global.

Zum 50. Geburtstag des World Wildlife Fund (WWF) setzt die Organisation eine bewusstseinserweiternde Überschrift und erzeugte damit Aufmerksamkeit für die stetig schwindenden Ressourcen in Chinas Jangtse-Delta, wo die meisten Laptops weltweit produziert werden. Mit Bildbearbeitungstools wie Shutterstock Editor könnt ihr ähnliche Überschriften und Texte in Bildern sehr schnell antesten und auch gleich auf Social veröffentlichen.

5. Verlasst das Produkt und konzentriert euch auf Ergebnisse

Bild via Adweek.

Eine Print-Anzeige ohne Produktabbildung? Sowas mag erstmal unlogisch erscheinen, Heinz hat sich mit einer aktuellen Kampagne aber an die Idee herangetraut. Respekt. Die Bedeutung des Produkts bzw. Ketchups selbst wird damit und mit den begleitenden Food-Abbildungen unterstrichen. Jedem ist klar – in den Bildern fehlt irgendetwas und die markenbetonte Headline erklärt diesen misslichen Zustand deswegen auch sehr eindeutig.

6. Nutzt die Kraft von Typografie

Bild via Creativity.

Diese Anzeige erschien in einer Kinder-Rubrik der New York Times und verzichtet voll und ganz auf Bilder. Die Botschaft und gewollte Aufmerksamkeit wird allein über die schwarze Schrift und einen einfachen Font erzeugt. Die Anzeige der Times war dafür gedacht, »Familien-Konversation über Themen wie Persönliches, Soziales, Nachrichten oder auch globale Themen anzuregen.« Die größte Wirkung hinterlässt der letzte Satz, er verstärkt die verschiedenen Aussagen der Anzeige insgesamt nochmals um ein Vielfaches.

7. Schafft aktuelle Bezüge

Bild via Adweek.

Sofern man sich auf Text fokussieren möchte, kann man hier auch mit aktuellen Nachrichten arbeiten. Diese Anzeige von Ogilvy London für Dove erschien in mehreren Zeitungen des Vereinigten Königreichs und das relativ kurz nachdem die Bezeichnung »Alternative Fakten« publik wurde. Die Print-Anzeige beweist Relevanz und ist topaktuell – man kann und will sie einfach nicht übersehen.

8. Experimentiert mit Größenverhältnissen

Bild via Brunner.

Wenn Produktabbildungen in Standardgröße funktionieren, was passiert erst, wenn man die Größe ins Extrem steigert? Die Proportionen des Care.orgs Care-Paket machen den Nutzen und Einfluss der Organisation über die Größensteigerung eindeutig. Eine ganze Region inklusive Dörfer, Felder und Bäume wächst aus dem Care-Paket. Die Anzeige stammt übrigens von der in Pittsburgh ansässigen Agentur Brunner.

9. Reinterpretiert gewöhnliche Bilder

Bild via Ads of the World.

Um das Jeans-Interior des 2016 Beetle Convertible zu bewerben, hat die Agentur »Deutsch« in Los Angeles einen ganzen Highway aus Jeans-Stoff erschaffen und den Blick auf eine gewöhnliche Straße damit komplett verändert. Das jedem bekannte Bild einer sich windenden Straße erhält hier eine ganz neue Bedeutung, wird zum Hingucker und die Zielgruppen erhalten nebenbei einen gelungenen Eindruck von dem, was das Sondermodell so einzigartig macht.

10. Manipuliert das Produkt

Bild via Creative Bloq.

Oreo-Kekse sind weltweit bekannt. Indem die Studenten einer Designschule in Belgien das Produkt selbst visuell manipuliert haben und die Füllung der Doppelkekse durch ein Glas Milch ersetzt haben, ist den Gestaltern der Print-Ad beides gelungen: Das Produkt wird bildhaft aufgeladen umschrieben und die Nutzung selbst begleitet – die Kekse werden ja gerne in Milch getunkt verspeist.

11. Lasst das Produkt für sich selbst sprechen

Bild via Creative Bloq.

Die niederländische Agentur TBWA\NEBOKO hat in dieser Print-Ad für Niveas Nachtcreme einen ähnlichen Ansatz verfolgt. Dabei baut der Entwurf ganz alleine auf die Verpackung und die Mondsichel – das universelle Symbol für die Nacht. Der Zweck des Produkts wird direkt über die Produktabbildung verstanden. Diese Print-Idee beweist einmal mehr, dass die einfachsten Gedanken oft die besten und intelligentesten sind – man muss nur erstmal drauf kommen!

12. Traut euch an stumpfe Ideen

Bild via Ad Forum.

Wie soll man die Gefahren unverantwortlichen Fahrens darstellen? Für eine Straßenbaufirma Brasiliens hat das Kreativstudio Terremoto Propaganda die Bilder eines Autounfalls über einen simplen Faustkampf und mit Bodypainting bildhaft gemacht. Ziemlich platte Idee meint man erstmal, funktioniert aber. Die Gewalt des zugrundeliegenden Fotos sorgt für die notwendige Wirkung. Mit der Print-Serie werden LKW-Fahrer, Mütter und junge Menschen im Verkehr begleitet, dabei kommen Botschaften wie »Don’t text and drive«, »Don’t speed« und »Don’t drink and drive« zum Einsatz. Solche erstmal einfach klingenden Ideen, solltet ihr unbedingt bildhaft machen, bevor ihr sie Chefs und Kunden vorstellt.

13. Nutzt neue Technologien

Als erste interaktive Print-Anzeige überhaupt gepriesen, funktioniert diese Magazinanzeige von Motorola für das Wired Magazine über einen Mechanismus, mit dem Leser die Farbe des Moto X Phones über den eigenen Fingerdruck ändern können. Dafür drückt man einfach den entsprechenden Button auf der Print-Anzeige. Das Design und die Technologie der Anzeige sorgen für ein anhaltendes Print-Erlebnis, an das man sich auch noch nach dem Umblättern erinnert.

14. Setzt Illustrationen ein

Bild via Creativity.

Für die Kopfhörer-Marke Popclik hat Y&R/Bravo Miami voll auf Illustrationen gesetzt und damit den Nutzen des Produkts spannend bildhaft gemacht. Man sieht, worum es beim Hören geht – alle nervigen Ablenkungen der Welt werden geblockt und durch höchsten Musikgenuss ersetzt! Die Ad zieht den Betrachter voll in die Story, man will alle Details der Anzeige entdecken und beschäftigt sich länger mit der Anzeige. Das Motiv funktioniert aber auch ganz direkt, was die Print-Anzeige so genial macht.

15. Überdenkt Alltagsobjekte

Bild via Mashable.

Warum soll man sich vom Genuss eines wunderbaren Getränks ablenken lassen? Warum müssen alle schönen Dinge im Leben von nebensächlichen Klicks und Swipes unterbrochen werden? Diese Print-Anzeige für Guinness arbeitet mit der bekannten Form eines typischen Guinnes-Bierglases, das hier aber mittels einem Stapel mobiler Technik nachgebildet wird. Es geht darum, den Moment und jeden Schluck des köstlichen Getränks zu genießen – und sich nicht von nervenden Smartphones, Swipes, Anrufen etc. ablenken zu lassen.

16. Maximiert vorgegebene Platzierungen

Bild via Creative Guerrilla Marketing.

Wenn ihr schon das Glück habt, eine Doppelseite einsetzen zu können oder das Budget dafür da ist – dann nutzt diese Chance auch! Die Agentur Martin|Williams aus Minneapolis hat die Mittelfalte verschiedener Magazine zum Kopfbereich gemacht. Die Falz, die Form der aufgeschlagenen Magazinseiten und der Schattenwurf wirken absolut realistisch und genau das ermöglichtet der Agentur dann schließlich auch, den Nutzen von »Revlons Root Perfect« anschaulich zu machen und das viel besser als dies jemals auf einem Einseiter möglich gewesen wäre.

17. Reflektiert das Produkt im Design

Bild via Martin Williams.

Ebenfalls von der Agentur Martin|Williams – reflektiert diese Anzeige für Marvin Windows das Produkt selbst. Hier hat man die Form unterschiedlichster Außenaufnahmen zu »Traumfenstern« werden lassen. Die Bilder sprechen Vorstellungen an. Der Leser genießt die Sicht aus seinem fiktiven Lieblingsfenster. Dabei bleibt das Bildmotiv nah am Produkt und direkt am Logo. So einfach – so gut.

18. Demonstriert den Produktnutzen

Bild via  Adweek.

Einige von euch erinnern sich vielleicht an diese Print-Anzeige von Y&R Neuseeland für Schick-Rasierer. Die Anzeige ging in einigen Blogs und auf Social viral. Der bärtige Hipster auf dem Foto sollte seine lebendig gewordenen Gesichtshaare in jedem Fall zeitnah stutzen. Die Botschaft Schicks und der Nutzen des Produkts wird damit noch einmal deutlicher und bildhaft vernommen. Lustig anzusehen ist die Anzeige nebenbei auch!

19. Ändert Sichtweisen des Konsumenten

Bild via CSS Design Awards.

Das »Canadian Safe Boating Council« hat diese Ad von Saatchi & Saatchi Kanada in Umlauf gebracht und warnt Bootsbetreiber damit vor den Gefahren von Alkohol auf hoher See. Die Botschaft wirkt insbesondere über das retuschierte Bild – die Verbindung zur Schifffahrt wird direkt verstanden und bleibt auch jedem trinkenden Seefahrer bzw. jeder Seefahrerin in Erinnerung.

20. Haltet es einfach

Bild via  Ads of the World.

Atemberaubende Fotografien und Illustrationen können das Interesse jedes Lesers wecken. Mit guten Ideen und einfachen Designs kann man aber eine mindestens genauso effektive Wirkung erzielen. DDB Sydney in Australien macht McDonalds kostenloses Wi-Fi-Angebot über den Titel publik. Die Pommes und die gesamte Aufmachung der Anzeige begleiten die Marke auf perfekte und absolut sympathische Art und Weise.

21. Setzt Negativraum ein

Bild via Ateriet.

Jeder Designer hat schonmal mit Negativraum gearbeitet – in dieser Anzeige wird nochmal deutlich, warum das so ist. Der frische Ananasgeschmack des beworbenen Lollis wird über den Negativraum direkt spürbar. Kein weiterer Text notwendig.

22. Nehmt es wörtlich

Bild via Adweek.

Ebenfalls für Lego konzipiert, macht die Anzeigenserie von Ogilvy Bangkok die Karriereträume von Kindern anschaulich – und das absolut bildhaft und wortwörtlich. Ogilvy Thailands Vizevorsitzender kommentierte die Aktion mit den Worten: »Die Legosteine machen die Entwicklung von Kindern bildhaft, bausteinartig baut sich die Karriere und ein Lebensweg auf und kommt der geträumten Zukunft eines Kindes dabei immer näher.«

23. Verdreht gewohnte Szenerien

Bild via  BuzzFeed.

Eine andere intelligente Strategie in Richtung Print-Anzeige liegt darin verborgen, bekannte Bilder neu zu verdrehen. Jeder kennt das Bild eines Löwen oder Geparden, der einer Antilope hinterherjagt- Die Anzeige der Londoner Agentur Abbott Mead Vickers BBDO spricht die Fähigkeiten von Whiskas Katzenfutter an: Wer das Raubtier in seiner Katze liebt, den Tiger neu loslassen will und das volle Potenzial seines Lieblings fördern möchte, wird sich in jedem Fall gerne an die Anzeige erinnern.

24. Macht euch die Emotionen des Betrachters zunutze

Bild via Moms Demand Action.

Irgendwann ist auch in der Werbung die Zeit für magenverdrehende Bilder gekommen. In dem Beispiel oben werden die Emotionen des Betrachters gezielt angesteuert und das völlig begründet. Als Teil der PSA-Kampagne von »Moms Demand Action for Gun Sense in America« hinterfragt die Organisation die Logik zwischen der Sorge um sicherheitsrelevante Teile in Schokolade (zum Beispiel in Überraschungseiern) und dem Zugang zu Waffen. Die düsteren Blicke der geradeaus starrenden Kinder in dem Bild betonen den Ernst des Themas noch einmal.

25. Entzieht den gewohnten Kontext

Bild via The Inspiration Room.

Wenn ihr das Interesse eurer Zielgruppen neu wecken müsst, kann es sich lohnen, Objekte ihrem gewohnten Kontext zu entziehen. Man will den Leser innehalten und den Betrachter neue Bilder oder Botschaften entdecken lassen. Indem man dem »Roten Thun« in dem Bild eine Gorillamaske aufsetzt, kommen automatisch Rückfragen nach dem Sinn auf – der Leser will das Bild verstehen. Also beschäftigen sich die Leser dieser WWF-Anzeige mit der Botschaft und erfahren im Text über den Hintergrund der WWF-Schutzkampagne.

Designer müssen oft eine ganzen Menge Aufgaben bewältigen. Wenn es euch aber gelingt, ähnliche Ergebnisse und Strategien wie die oben vorgestellten umzusetzen, lohnt sich die Mühe aber. Print wirkt – das sollte jedem mit diesem kurzen Artikel eindeutig geworden sein.

Neue Ressourcen

Einige Leute behaupten heute noch immer, Print sei tot. Wenn man allerdings über Print-Anzeigen spricht, hängt die Messlatte heute einfach nur höher – das ist auch schon alles. Print-Ads können faszinieren und inspirieren. Mit Print kann man Zielgruppen innehalten lassen und auf ganz eigene Weise begeistern. Eine intelligente Denke und gutes Design sind Grundvoraussetzung.

Testet Shutterstock Editor und platziert eure Botschaften direkt in passenden Bildern. Entwürfe und Print-Ideen könnt ihr mit Editor ganz einfach teilen und auch auf Social veröffentlichen. Das einfach zu nutzende Bildbearbeitungsprogramm ermöglicht direkten Zugriff auf die Shutterstock Kollektion, ihr könnt eigene Bilder hochladen und bearbeiten, Texte platzieren und beliebige Formen hinzufügen. Ergänzend stehen euch auf Editor viele Filter zur Seite. Selbst Einsteiger kommen mit dem Tool sehr gut zurecht und können herausragende Print-Anzeigen gelingen lassen.

Bearbeitet diese Vorlage mit Shutterstock Editor

Bild ganz oben: Libellule.