Photoshop ist immer wieder für Überraschungen gut, wie die hier vorgestellte, beinahe auf Knopfdruck ansteuerbare Auswahl von Lichtern und Schatten beweist. Dabei nutzen wir die Kanäle, um nicht nur die Lichter, sondern die Highlights daraus und die noch helleren Lichtpunkte zu erzeugen. Gleichermaßen behandeln wir die Schatten so, dass wir das Bild in seine Bestandteile aufbrechen und so gezielter bearbeiten können.

 

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 2 von 6
Bildmaterial: Eigenes, Stockmaterial
Werkzeuge im Einsatz: Auswahl als Kanal speichern, Gradationskurve, Farbton/Sättigung, Color Lookup

Zu lernen:

  • Kanäle erzeugen
  • Selektionen anpassen und speichern
  • Kontraste gezielt steigern
  • Farblook dezent umsetzen

Genutztes Bildmaterial:

 

Die erste Selektion

Rufe über das Menü das Fenster > Kanäle auf. Halte die Strg-Taste gedrückt und klicke die Kanalminiatur aller Kanäle RGB an. Photoshop erzeugt eine Auswahl aus den hellsten Bereichen des Fotos. Gehe etwas weiter unten auf die Schaltfläche Auswahl als Kanal speichern. Photoshop erzeugt einen Kanal, der Alpha 1 genannt wird. Ein Doppelklick auf diesen Namen ermöglich ein Umbenennen. „Lichter“ ist da meine Eingabe.

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Die zweite Selektion

Wir lassen nun die aktuelle Selektion mit sich selbst arbeiten. Klicke dazu die Kanalminiatur des neu erstellten Kanals an, bei gedrückter Umschalt+Strg+Alt-Tastenkombination. Es bleiben aus den Lichtern die Highlights stehen. Gehe wieder auf die Schaltfläche Auswahl als Kanal speichern. Nenne diesen Kanal „Helle Lichter“.

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Die dritte Selektion

Klicke die Kanalminiatur des gerade erstellten Kanals bei gedrückter Umschalt+Strg+Alt-Taste an. Wir ignorieren, falls Photoshop meint, dass die Selektion nicht sichtbar sei und gehen wieder auf Auswahl als Kanal speichern. Diesen Kanal nennen wir „Hellste Lichter“.

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Diese Kanäle bieten uns später die Option, Selektion zu laden, die nicht nur die Lichter einzeln ansprechen, sondern später gleich drei Stufen der Lichter, was also eine weitaus genauere und feiner zugeschnitte Bearbeitung zulässt. Jetzt fehlen nur noch die Schatten im Bild, die mit gleicher Technik erfasst werden.

Erste Schattenselektion

Klicke die Kanalminiatur der Lichter bei gedrückter Strg-Taste an. Der Kanal wird als Auswahl geladen. Auswahl > Auswahl umkehren im Menü oder das Tastenkürzel Umschalt+Strg+I sorgt für ein Invertieren der Auswahl. Gehe auf Auswahl als Kanal speichern. Diesen Kanal nennst du „Tiefen“.

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Zweite und dritte Schattenselektion

Wieder klickst du den neuen Kanal bei gedrückter Umschalt+Strg+Alt-Taste an und gehst auf Auswahl als Kanal speichern. Diesen Kanal nennst du „Dunklere Tiefen“. Wiederhole diesen Schritt und nenne den Kanal „Dunkelste Tiefen“.

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Da wir gleich drei Lichter- und drei Tiefen-Kanäle generiert haben, bleibt nur noch der Platz dazwischen übrig: die Mitteltöne. Auch diese können wir auswählen.

Mitteltöne festlegen

Strg+A wählt das komplette Dokument aus. Von dieser Auswahl ziehen wir die Selektionen der anderen Kanäle ab. Photoshops Meldung, dass zu wenig Pixel ausgewählt sind, müssen wir dabei immer wieder wegklicken. Gehe auf Auswahl als Kanal speichern und nenne diesen Kanal „Mitteltöne“. Viel Material ist da nicht mehr übrig.

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Strg+D hebt die Auswahl auf. Klicke auf RGB und konzentriere dich in den folgenden Schritten auf das Ebenenbedienfeld.

Selektionen aufrufen und nutzen

Wir haben nun die Lichter, Tiefen und Mitteltöne des Dokumentes separiert und als Kanäle abgespeichert. Über das Menü und Auswahl > Auswahl laden kann nun jeder dieser Kanäle angesprochen und in eine Selektion verwandelt werden.

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Wir rufen etwa die Auswahl zum Kanal Lichter auf und gehen im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurve. Die Auswahl wird dabei in eine Maske umgewandelt, die der Einstellungsebene „Kurven 1“ zugeordnet ist. Alle Einstellungen wirken sich so einzig auf die Lichter aus. Hier wurde die Lichter noch weiter aufgehellt. Lade die Selektion der Tiefen und erstelle eine weitere Einstellungsebene mit einer Gradationskurve. Dunkle die Tiefen etwas ab.

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Über Auswahl > Auswahl laden werden noch die Mitteltöne selektiert. Es folgt eine weitere Gradationskurve oder vielleicht Farbton/Sättigung, um bei aktiviertem Färben die Mitteltöne stark zu kolorieren. Da die Auswahl so fein ist, sind dabei sogar extreme Werte möglich. Hier wurde besonders der Orange-Ton der Haut verstärkt.

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Weitere Optionen

Wir haben Zugriff auf weitere Teilbereiche, die feinere Selektionen als nur die Lichter, Tiefen und Mitteltöne zulässt. So habe ich hier die „Dunkleren Tiefen“ geladen und eine Neue Einstellungsebene > Color Lookup mit der 3DLUT-Datei NightFromDay.CUBE geladen. Eine Auswahl „Helle Lichter“ habe ich auf einer neuen Ebene mit weißer Farbe gefüllt und die Füllmethode auf Negativ multiplizieren umgestellt. Die Deckkraft der beiden zuletzt erstellten Ebenen wurde auf je 40% reduziert.

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Wer mag, lädt noch „Hellste Lichter“, um nach Umschalt+Strg+C zum Kopieren Strg+V zum Einfügen zu drücken. Nach Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner können diese Bereiche weitaus glatter umgesetzt werden, was für einen schönen Bildeffekt sorgt.

Header: Fashion photo of beauty woman von doodko