Wir alle wollen wissen, wie wir oder unsere Kinder im hohen Alter aussehen werden. Mit Photoshop ist dieser Zeitsprung leicht zu machen. Wir nutzen ganz einfach einige Werkzeuge und Funktionen der Pixelsoftware in Kombination und lassen die Zeit dank Bildbearbeitung schneller als je zuvor ablaufen. Ein faszinierendes Experiment und ein garantiert eindrucksvoller Alterungseffekt.

Der Übergang vom jungen Menschen zum alten Mann
Der Übergang vom jungen Menschen zum alten Mann

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 4 von 6

Bildmaterial: Eigenes, Stockfotos

Inhalte: Texturen anlegen, Masken anwenden, Schwarzweiß umwandeln, Farblook umsetzen

Alterungs-Elemente anlegen

Wir brauchen für die Umsetzung des Alterungseffekts zwei Fotos: einen jungen Menschen, der gealtert werden soll und ein recht altes Gesicht, aus dem wir die Falten entnehmen. Sehr praktisch ist dabei, wenn sich diese Gesichter ähnlich sehen (was zum Beispiel innerhalb der Familie sehr oft der Fall ist, weshalb ein Foto vom Opa eine sehr gute Option ist).

Ein junger Mann, ein älterer Herr, die kombiniert werden sollen
Ein junger Mann, ein älterer Herr, die kombiniert werden sollen

Aus dem Foto der älteren Person müssen wir nun die Bildelemente entnehmen, die wir für die Alterung einsetzen möchten. So habe ich hier zunächst die rechte Wange ausgewählt. Mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug wird diese eingekreist, wonach Strg+J den Inhalt der Selektion auf eine neue Ebene befördert. Ein Doppelklick im Ebenenbedienfeld auf den Ebenennamen „Ebene 1“ ermöglicht es uns, diesen zu editieren. Hier habe ich diesen in „Wange 1“ geändert. Die Hintergrundebene wird durch Anklicken aktiviert und mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug die andere Wange ausgewählt und auf eine neue Ebene kopiert, sowie mit einem aussagekräftigen Namen ausgestattet.

Falten auf eigene Ebenen kopieren
Falten auf eigene Ebenen kopieren

Nach und nach folgen so weitere Bereiche des Gesichtes, wie etwa die Stirn, die Nase, die Augenbrauen, der Bereich ober- und unterhalb des Mundes, die Lippen und der Hals. Liegen diese auf eigenen Ebenen vor, so kann ich sie im weiteren Verlauf wie Puzzlestücke über das junge Gesicht legen und einarbeiten.

Alterungs-Element platzieren

Wir werden nun Schritt für Schritt die Alterungs-Elemente in das Dokument mit dem jungen Menschen ziehen, positionieren und anpassen. Dazu müssen natürlich beide Dokumente geöffnet sein. Klicke den Reiter des Dokumentes mit den Falten an und ziehe ihn heraus. So kannst du beide Fotos sehen. Ziehe dann durch Anklicken, Halten der Maustaste und Ziehen der ersten Ebene (hier der „Wange 1“) mit Falten diese in das Dokument mit dem jungen Gesicht. Mit dem Verschieben-Werkzeug werden die Falten grob positioniert.

Erste Textur eingefügt
Erste Textur eingefügt

Übergang umsetzen

Ändere die Füllmethode der Ebene mit dem ersten Alterungs-Element von Normal auf Ineinanderkopieren ab. Damit die Farben nicht so gesättigt wirken, gehst du auf Bild > Korrekturen > Sättigung verringern. Gehe auch im Hauptmenü auf Ebene > Ebenenmaske > Alle einblenden. Im Ebenenbedienfeld wurde nun der Ebene neben der Ebenenminiatur eine Maske zugeordnet in der du bestimmen kannst, was von der Ebene sichtbar ist (weiße Farbe) und was transparent, also unsichtbar werden soll (schwarze Farbe). Wenn du also mit dem Pinsel, einer großen und weichen Werkzeugspitze und schwarzer Vordergrundfarbe über den Rand des Alterungs-Elementes entlang fährst so wirst du sehen, dass der Übergang weitaus realistischer umgesetzt wird. Auch die Ebenendeckkraft könntest du noch leicht reduzieren.

Übergang dank Maske angepasst
Übergang dank Maske angepasst

Mit gleicher Technik werden nun auch die weiteren zuvor definierten Stücke behandelt. Sollte einmal ein Alterungs-Element nicht perfekt sitzen, da die Gesichter doch zu unterschiedlich sind, so gehe im Hauptmenü auf Bearbeiten > Formgitter. Setze durch Klicken einige Greifpunkte und verschiebe diese, bis die Textur der Haut passend positioniert wurde. Über die Eingabetaste wird die Umsetzung bestätigt. Manchmal reicht da aber auch Strg+T zum Transformieren aus.

Alterungs-Elemente lassen sich leicht in Position rücken
Alterungs-Elemente lassen sich leicht in Position rücken

Am folgenden Bild kannst du ablesen, wie das Gesicht nach dem Einfügen der Bereiche ober- und unterhalb der Lippe, der Lippe und der beiden Wangenstücke wirkt. Diese wurden natürlich nach der oben beschriebenen Methode behandelt, so dass sie sich perfekt einfügen.

Weitere Texturen überlagern das junge Gesicht
Weitere Texturen überlagern das junge Gesicht

Im nächsten Foto ist zu sehen, wie die restlichen Alterungs-Elemente eingefügt und behandelt wurden, um sie an das Gesicht anzupassen. Bei den Augenbrauen habe ich die Deckkraft auf 50% reduziert, um die Originalbrauen stärker durchscheinen zu lassen. Für den Hals habe ich die Stirn-Textur gleich mehrfach eingefügt und in einer Maske angeglichen. Die Haare habe ich einfach aus meiner Vorlage mit dem älteren Herrn heraus kopiert. Da es nicht sofort passte, habe ich die Größe über Strg+T angepasst und auch etwas die Helligkeit und die Kontraste geregelt, über Bild > Korrekturen > Helligkeit/Kontrast und auch noch Farbton/Sättigung genutzt, um die Farbe etwas zu reduzieren.

Schnell zu guten Ergebnissen dank kompletter Haarüberlagerung
Schnell zu guten Ergebnissen dank kompletter Haarüberlagerung

Faltenverlauf optimieren

Ich mag die Falten der linken Seite, weshalb ich diese grob mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug auswähle und über Bearbeiten > Auf eine Ebene reduziert kopieren und Bearbeiten > Einfügen dupliziere. Nach Bearbeiten > Transformieren > Horizontal spiegeln ist diese Kopie schnell mit dem Verschieben-Werkzeug auf der rechten Seite positioniert. In einer Maske wird diese Kopie dann an das Gesicht angeglichen und die Deckkraft reduziert.

Feine Optimierungen auf der rechten Seite
Feine Optimierungen auf der rechten Seite

Schwarzweiß-Umsetzung

Wir haben die Alterung abgeschlossen und wollen dem Bild nun einen besonderen Look geben, der die Blicke des Betrachters auf sich zieht. Dazu könntest du etwa über Ebene > Neue Einstellungsebene > Schwarzweiß eine unbunte Variante erzeugen, deren Kontrast du noch über Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven mit der Vorgabe Starker Kontrast erhöhst. Hier habe ich noch eine Vignettierung eingezeichnet, auf einer eigenen Ebene mit schwarzer Farbe, dem Pinsel und einer sehr großen und weichen Werkzeugspitze.

Schwarzweiße Variante
Schwarzweiße Variante

Farbstil und Weichzeichnung

Eine tolle Möglichkeit (neben Neue Einstellungsebene > Fotofilter) zum Kolorieren bietet uns Neue Einstellungsebene > Color Lookup an. Hier habe ich gleich zwei aktiviert: je die 3DLUT-Datei FoggyNight und filmstock_50, wobei die Deckkraft bei FoggyNight auf 50% und bei der Filmsimulation auf 30% reduziert wurde. Nach Umschalt+Strg+Alt+E, zum Kopieren aller Ebenen auf eine neue Ebene, habe ich noch den Filter > Weichzeichnungsfilter > Iris-Weichzeichnung mit einem Radius von 12 Pixeln eingesetzt. Ein schöner Effekt, der den Blick des Betrachters noch weiter auf die Bildmitte konzentriert.

Passender Farbeffekt
Passender Farbeffekt

Noch ein kleiner Extra-Tipp: In Photoshop CC kann über Filter > Camera RAW-Filter die Klarheit heraufgesetzt werden, um die Mikrokontraste zu verstärken. Auch eine Vignettierung kann hier umgesetzt und die Lichter und Schatten beeinflusst werden. So wirkt das Bild intensiv, obwohl in der Bildbearbeitung nur wenige Regler bewegt wurden.