Hollywood-Blockbuster präsentieren oft einen bestimmten Farblook, der typisch ist für aktuelle Kinofilme. Diese kreative Farbkorrektur ist in Photoshop sehr leicht zu simulieren. Dabei gibt es verschiedene Techniken, die wir in diesem Beitrag Schritt für Schritt vorstellen möchten. So werden aus normalen Bildkompositionen sehenswerte Meisterwerke im Movielook.

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 2 von 6
Bildmaterial: Eigenes, Stockmaterial
Werkzeuge im Einsatz: Gradationskurven, Schwarzweiß, Fotofilter, Bildberechnungen, Color Lookup

Du lernst:

  • Einstellungsebenen einsetzen
  • Kontraste und Farben separat bearbeiten
  • Masken berechnen
  • Farbstimmung umsetzen

Color Grading-Schritt #1: Doppelte Gradationskurven

Für diesen ersten Trick benötigst du zwei Gradationskurven, die über das Menü und Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven schnell erstellt sind. Mir geht es nun darum, mit der unteren Gradationskurve einzig die Helligkeitswerte zu beeinflussen und mit der oberen nur die Farben im Bild zu bearbeiten.

Ändere dazu bei der unteren Einstellungsebene die Füllmethode (Mischmodus) von Normal auf Luminanz ab. Bei der darüber liegenden Einstellungsebene änderst du sie dagegen von Normal auf Farbe. (Hinweis: Diese Füllmethoden bieten dir verschiedenste Methoden an, wie eine Ebene mit den darunter liegenden verrechnet werden kann)

So haben wir die Bearbeitung getrennt: die eine Gradationskurve beeinflusst die Helligkeitswerte und den Kontrast, die andere die Farben. Weitaus gezielter erfolgt nun die weitere Bearbeitung.

Zwei Kurven zur Vorbereitung

Color Grading-Schritt #2: Kontraste und Helligkeit einstellen

Aktiviere die untere Einstellungsebene (die Gradationskurve im Modus Luminanz) und ziehe da in der linken, unteren Ecke die Linie weiter nach unten, so dass besonders die Schatten dunkler werden. Generell: Der Bereich unten, links steht für die Tiefen, der Bereich oben, rechts für die Lichter im Dokument. Um die Lichter wieder etwas aufzuhellen, ziehst du im oberen, rechten Bereich die Linie wieder etwas nach oben. So wurde der Kontrast gesteigert und das Bild insgesamt abgedunkelt.

Die erste Gradationskurve dient der Kontraststeigerung

Color Grading-Schritt #3: Farben gezielt verändern

Aktiviere die oberste Ebene (mit der Gradationskurve im Modus Farbe) und ändere da RGB zum Kanal Rot ab. Ziehe das schwarze Dreieck in der unteren, linken Ecke zur rechten Seite hin. So wird die Komplementärfarbe Cyan verstärkt. In der Mitte wird die Linie wieder zur Mitte hin gezogen.

Rot-Kanal bearbeitet

Wechsel vom Rot- zum Grün-Kanal und ziehe da den Punkt in der unteren, linken Ecke etwas nach oben, um den Grünton zu verstärken. Dann vielleicht noch den Punkt in der oberen, rechten Ecke etwas zur linken Seite ziehen. Auch hier sollte die Linie weiterhin in der Mitte liegen, wofür wir schnell sorgen. Es folgt der Blau-Kanal, in dem die Linie genauso behandelt wird.

Grün- und Blau-Kanal folgen

Tipp: Um Farben gezielt zu verändern, wählst du einen der Kanäle an und das oberste Werkzeug aus, welches dazu dient, im Bild direkt zu klicken und zu ziehen, um die Kurve zu verändern.

Color Grading-Schritt #4: Schwarzweiß einmal anders

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Schwarzweiß. Klicke da auf den Button Auto und stelle die einzelnen Farbbereiche bei Bedarf von Hand ein, um eine möglichst kontrastreiche unbunte Version deines Bildes zu erhalten. Reduziere die Ebenendeckkraft, bis dir das Ergebnis gefällt. Wir haben damit den Kontrast leicht gesteigert, aber vor allem die Sättigung reduziert, wodurch das Foto weitaus seriöser wirkt.

Fertige Komposition mit Farblook

Color Grading-Alternative #1: Doppelter Fotofilter

Erzeuge über das Menü und Ebene > Neue Einstellungsebene > Fotofilter gleich zwei Versionen. Aktiviere die Maske der unteren Einstellungsebene durch Anklicken und gehe im Menü auf Bild > Bildberechnungen. Wir bestätigen über OK und erhalten eine schwarz-weiße Version des Bildes in der Maske. Nach einem Doppelklick auf die Ebenenminiatur stellst du den Filter auf Gelb ein und die Dichte auf 25%.

Tipp: Über Strg+L kannst du die Tonwertkorrektur aufrufen, um über die Regler zu steuern, wo sich die Maske auswirken soll. Zur Erinnerung: Weiß bedeutet 100% Sichtbarkeit, Schwarz Transparenz innerhalb einer Maske.

Eine einfache Bildberechnung sorgt für eine Maske

Aktiviere die Maske der obersten Ebene und gehe wieder auf Bild > Bildberechnungen. Aktiviere dieses Mal Umkehren und bestätige über OK. So wirkt sich diese Ebene nur auf die Schattenbereich im Dokument aus. Stelle den Filter auf Blau ein und die Dichte auf etwa 35%. Auch jetzt kann noch eine Optimierung über Strg+L erfolgen.

Zwei Fotofilter mit unterschiedlichen Masken

Color Grading-Alternative #2: Color Lookup im Einsatz

In neueren Photoshop-Versionen kannst du im Menü unter Ebene > Neue Einstellungsebene den Eintrag Color Lookup entdecken. Dabei wurden verschiedene Farblooks zum sofortigen Einsatz gespeichert. Spannend ist ganz generell die Kombination einiger Presets. So habe ich hier die Vorgaben Soft_Warming.look, DropBlues.3DL und FoggyNight.3DL dazu verwendet, Kontraste abzuschwächen und Schatten aufzuhellen.

Kontraste abgeschwächt zur Vorbereitung

Für den eigentlichen Filmlook folgte ein Color Lookup Crisp_Warm.look, wobei über die Ebenendeckkraft die Stärke der Umsetzung geregelt wurde. Wer die Lichtstimmung optimieren möchte, drückt Umschalt+Strg+N, aktiviert den Modus: Ineinanderkopieren und aktiviert Mit neutraler Farbe füllen (50% Grau). Nach dem Bestätigen über OK kannst du mit dem Abwedler-Werkzeug Licht einzeichnen, mit dem Nachbelichter Bereiche abdunkeln. Diese Methode wird auch Dodge & Burn genannt, nach den englisch-sprachigen Bezeichnungen der Werkzeuge.

Zahlreiche Filmlooks sind so möglich

Natürlich kannst du alle hier vorgestellten Techniken auch kombinieren. Photoshop setzt dir hier absolut keine Grenzen!