Bokeh ist ein japanisches Wort und bedeutet so viel wie “unscharf” oder “verschwommen”. In der Fotografie meinen wir damit ein Stilelement, das vielseitig eingesetzt werden kann. Dabei erzeugt das Objektiv sehenswerte Unschärfen mit ästhetischem Wert. In Photoshop lässt sich dieser Effekt für Bokeh-Effekte simulieren, die sich perfekt als Hintergrundbilder oder Texturen zur Überlagerung eignen.

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 1 von 6
Bildmaterial: Eigenes, Stockmaterial
Werkzeuge im Einsatz: Pinsel, Freistellungswerkzeug, Gaußscher Weichzeichner, Verlaufswerkzeug

Sie lernen:

  • Objektivunschärfe anwenden
  • Animierte Pinselspitze einstellen
  • Bokeh kombinieren

Bokeh-Simulation #1: Auf Basis eines Fotos

01 Fotoauswahl

Für einen Bokeh-Effekt auf Foto-Basis benötigst du ein Bild, das bei Nacht aufgenommen wurde und zahlreiche kleine Lichtquellen zeigt. Über Strg+J wird die Ebene kopiert. Praktisch bei der folgenden Umwandlung ist es, wenn keine rein weiß und/oder allzu strahlenden Lichter enthalten sind.

Auswahl der Fotogrundlage

02 Objektivunschärfe

Gehe im Menü auf Filter > Weichzeichnungsfilter > Objektivunschärfe und stelle die Tiefen-Map auf Ohne ein. Ändere die Form auf Achteck und die Wölbung der Irisblende auf 100 ab. So erhalten wir fast runde Bokeh-Muster. Spiele nun mit dem Radius (welcher die Größe der Punkte bestimmt), der Helligkeit sowie dem Schwellenwert. Je nach Bild sind hier ganz andere Werte gefragt, weshalb du einfach experimentieren solltest. Wer mag, erhöht noch den Wert bei Rauschen.

Objektivunschärfe zur Bokeh-Erzeugung

03 In Kombination

Du kannst natürlich auch verschiedene Bokeh-Versuche im Ebenenbedienfeld übereinander legen und über eine der Füllmethoden kombinieren. So ergeben sich schnell faszinierende Ergebnisse. Das Tastenkürzel C ruft das Freistellungswerkzeug aus, um den schönsten Bereich des Bildes auszuwählen. Ein Doppelklick in die Mitte setzt die Freistellung dann um.

Bokeh in Photoshop erzeugt

Bokeh-Simulation #2: Pinsel-Power

01 Foto weichzeichnen

Öffne ein Foto in Photoshop, das eine Nachtaufnahme mit vielen kleinen Lichtern zeigt (Autos, Straßenlampen, beleuchtete Fenster, ect.). Drücke Strg+J zum Kopieren und wende den Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner mit einem Radius von etwa 40 Pixeln an. Natürlich sind diese Werte relativ, da sie stark von der Bildgröße abhängig sind. Achte auf die Weichzeichnung in der Stufe, wie sie hier umgesetzt wurde.

Foto weichzeichnen

02 Pinsel einstellen

Aktivere den Pinsel aus der Werkzeugleiste und wähle oben in der Optionsleiste einen der runden Pinsel an. Gleich rechts neben der Auswahl der Pinselvorgaben liegt eine kleine Schaltfläche, die zum großen Pinselbedienfeld führt. Ändere da die Härte zunächst auf 100% ab, den Abstand auf 150%.

Wechsel dann zur Streuung und stelle da die Streuung auf 900% und die Anzahl auf 2. Ändere unter Transfer den Deckkraft-Jitter auf 100% ab, den Fluss-Jitter auf 0%. So erhalten wir einen Pinsel, der sich selbst über das Bild verteilt.

Pinsel gezielt einstellen

03 Bokeh-Ebenen

Erstelle eine neue Ebene, etwa über Umschalt+Strg+N, und male mit dem Pinsel ein paar Punkte ein. Es folgt wieder der Filter > Weichzeichnungsfilter > Gaußscher Weichzeichner mit einem Radius von etwa 40 Pixeln. Wiederhole diesen Schritt, aber ändere dann bei dieser Ebene die Füllmethode von Normal auf Ineinanderkopieren ab. Es folgt eine dritte Ebene, auf der die Punkte sichtbar bleiben (und auf der vielleicht noch eine Weichzeichnung mit einem Radius von einem Pixel umgesetzt wird). Ändere bei dieser Ebene die Deckkraft auf 75% ab. Erstelle eine weitere Ebene und male noch einmal ein paar wenige Punkte ein.

Einfaches Bokeh einzeichnen

04 Verlauf für etwas mehr Farbe

Das Ergebnis kann jetzt noch richtig kräftig eingefärbt werden. Aktiviere dazu das Verlaufswerkzeug und klicke in der Optionsleiste den Verlauf an. Klicke auf die linke Farbunterbrechung (das kleine Kästchen, gleich unter dem Verlauf) und ändere den Eintrag Farbe auf Gelb ab. Die rechte Farbunterbrechung änderst du auf Dunkelblau ab.

Verlauf einstellen

Über einen Klick gleich unterhalb des Verlaufes kannst du weitere Farbunterbrechungen hinzufügen. So habe ich hier einen Lila-Ton und einen Orange-Ton dazu gegeben. Bestätige über OK und ziehe den Verlauf auf einer eigenen Ebene von links nach rechts auf. Ändere dann die Füllmethode auf Weiches Licht ab.

Farbenfrohes Bokeh

Leicht kannst du über Ebene > Neue Einstellungsebenen einfügen, um etwa Kontraste und Helligkeitswerte, sowie die Farben anzupassen.