Mit dem Ölfarbenfilter in CS6 hat uns Adobe ein tolles neues Tool beschert. Viele der älteren Texturen-Filter erzielen einfach keine professionellen Resultate, aber dieser neue Filter kann mit etwas Geschicklichkeit wunderschöne Effekte schafften. Wir zeigen Euch wie:

1. Schritt: DEN FILTER FINDEN

Gute Nachrichten! Der Filter ist nicht in den Tiefen irgendeines Untermenüs versteckt, sondern befindet sich gleich oben auf dem Filter Menü.

2. Schritt: DIE VARIABLEN ANPASSEN

Brush Sliders:

“Stylization” hat einen Bereich von einem verschmierten Look bei 0 bis zu gleichmäßigen Strichen auf Level 10.

“Cleanliness” ist die Länge des Striches, der bei 0 am kürzesten und abgehacktesten aussieht und bei 10 am längsten und fließendsten ist.

“Scale” beeinflusst die Prägung oder scheinbare Dicke der Farbe, die Euch bei 0 eine dünne Schicht und bei 10 die dicken, üppigen Farbkleckse à la van Gogh liefert.

“Bristle Detail” bestimmt wieviel man vom Pinselabdruck sehen kann, der bei 0 weich ist und bei 10 starke Einstriche hinterlässt.

Lighting Sliders:

“Angular Direction” beeinflusst den Auftrittswinkel des Lichts (nicht den Pinselstrich). Das ist wichtig, insbesondere wenn Ihr das Ölbild in eine andere Szenerie einarbeitet.

“Shine” bestimmt die Helligkeit der Lichtquelle und wie sehr sie von der Bildoberfläche reflektiert.

Wenn Ihr damit beginnt die Slider anzupassen, werdet Ihr schnell feststellen, dass damit ein Teil des Bildes gut aussieht, während eine anderer auf einmal lächerlich aussieht.

Hier könnt Ihr sehen, dass gerade als das Huhn so aussieht wie ich es haben wollte, das Gesicht der Frau wirkt wie etwas was man auf einer Tribal Tattoo Convention sehen würde. Um dies zu vermeiden müsst Ihr eine Reihe an Masken benutzen, die mit den Brush Controls arbeiten, um die richtigen Filtervariables für verschiedene Teile des Bildes zu finden.

Dies ahmt nach wie richtige Maler ihre Bilder kreieren, oftmals unter Benutzung von weicheren, kleinere Pinseln für Details wie Gesichter und gröbere Pinseltechniken und Vermischung für weniger wichtige Bereiche, wie den Hintergrund.

3. Schritt: MASKEN UND FARBE

Eine tolle Sache bei der Benutzung von Masken ist, dass sie nicht allzu präzise sein müssen. Vielmehr lässt ein bisschen mehr Unschärfe an den Rändern des Pinselstrichs die Arbeit mehr wie ein Gemälde aussehen.

Ich habe verschiedene Variablen auf das Huhn, das Haar der Frau (das den Filter wunderschönn aufnimmt), ihre Kleidung, den Hintergrund und, wohl am wichtigsten, ihre Haut aufgetragen.

4. Schritt: DIE HAUTFARBE AUSWÄHLEN

Diese Funktion ist ein bisschen versteckt, aber unwahrscheinlich Zeit und Arbeit einspart und außerdem neu bei CS6 ist.

Geht auf Select > Color Range, dann wählt Skin Tones im Drop Down Menü aus und klickt die Detect Faces box. Mit diesem Took, wählt Photoshop automatisch so ziemlich den kompletten Hautfarbenbereich aus. (In diesem Fall bekommt Ihr außerdem neue Feathers, könnt diese aber abwählen.) Nutzt diese Auswahl, um eine neue Maske zu erstellen, mit der am Gesicht und der Haut gearbeitet wird.

Ich habe zum Beispiel zwei Schichten benutzt. Auf einer habe ich einige dezente Pinselstriche aufgebracht. Auf der anderen habe ich dem Gesicht etwas Unschärfe verpasst und dann etwas der Filtermaske ausgemalt, um die Pinselstriche rund um die Augen, Ohren, Mund und unter dem Kinn ein bisschen zu zeigen, aber die Wangen und den Hals geschmeidig zu lassen.

Und das ist’s auch schon! Mit einer handvoll Masken und einigen Runden im Ölfarbenfilter haben wir ein solides, imitiertes Kunstwert hergestellt!

VORHER:

NACHHER:

Bilder die für dieses Tutorial verwendet wurden:

– Tutorial von Byron Hudson