Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop kann vielfältig eingesetzt werden. Die hier vorgestellten Tricks aus der Kreativkiste vieler Photoshop-Profis sollen dir neue Techniken vorstellen, inspirieren und Spaß bringen. In diesem Photoshop-Tutorial geht es um geheimnisvolles Licht, eine Hipster-Maske und einen Lightleak-Foto-Effekt.

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 3 von 6
Bildmaterial: Eigenes, Stockmaterial
Werkzeuge im Einsatz: Pinsel, Farbbalance, Polygon-Lasso-Werkzeug, Color Lookup, Crossentwicklung

Sie lernen:

  • Farbiges Licht einzeichnen
  • Coole Hipster-Collage erzeugen
  • Gewünschte Bildfehler einarbeiten

Photoshop-Killer-Trick #1: Farbiges Licht und etwas Drama

Öffne ein dunkles Foto mit einem schwarzen Hintergrund. Unser Ziel ist es, eine farbige, geheimnisvolle Lichtquelle einzuzeichnen. Erstelle dazu eine neue Ebene, etwa über Umschalt+Strg+N, und aktiviere den Pinsel aus der Werkzeugleiste.

Wähle eine sehr weiche, große und runde Pinselvorgabe aus der Optionsleiste aus und stelle die Vordergrundfarbe auf einen strahlenden Gelb- oder Orangeton ein oder wähle vielleicht (wie hier zu sehen) einen Türkis-Ton aus.

Ein Punkt mit dem Pinsel-Werkzeug gesetzt

Setze also einen Punkt in das Dokument und drücke Strg+T zum Transformieren. Ziehe den Punkt bei gedrückter Umschalt+Alt-Taste auf (so werden alle Seiten gleichmäßig aus der Mitte heraus vergrößert), bis das Gesicht gut abgedeckt ist und der Punkt sich zu einem größeren Teil außerhalb des Dokumentes befindet. Bestätige über die Eingabetaste und wende den Gaußschen Weichzeichner mit einem kleinen Radius an.

Punkt sehr groß aufgezogen

Aktiviere die Hintergrundebene und gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbbalance. Verstärke da die Farbe, die zur ausgewählten Farbe des Lichts passt. Hier wurde also der Regler in Richtung Cyan bewegt. Auch die Tiefen und die Lichter kannst du noch etwas anpassen.

Farbbalance eingestellt

So passen die Farben des Fotos besser zu der Farbe des Lichts. Wenn du magst, erzeugst du noch eine weitere Ebene (oberhalb aller anderen Ebenen) und stellst da die Füllmethode von Normal auf Farbe um. Jetzt kannst du etwa mit dem Pinsel die Augenfarbe deutlicher einzeichnen oder das Rot der Lippen verstärken.

Farben Pixel-genau angepasst

Photoshop-Killer-Trick #2: Schneller Hipster-Effekt

Wir benötigen ein cooles Porträt, das zum Thema Hipster passt, sowie ein Foto von einem Tier (Löwe, Panda, Tiger, Hund, Katze), um einen Tierkopf wie eine Maske einzusetzen. Hier ist das ein Löwe, bei dem ich eine Hälfte des Kopfes mit dem Auswahlrechteck selektiert und über Strg+J kopiert habe. Bearbeiten > Transformieren > Horizontal spiegeln und das Positionieren mit dem Verschiebenwerkzeug sorgt dann für einen Löwenkopf, der sehr symmetrisch wirkt.

Löwen-Kopf gespiegelt

Schnell ist der Löwenschädel mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug ausgewählt und über Strg+C kopiert. Im Dokument mit dem Hipster wird der Löwenkopf dann über Strg+V eingefügt. Strg+T ermöglicht dann das Transformieren, um die Größe des Kopfes an den Körper anzugleichen.

Löwenkopf skaliert und positioniert

Ein guter Weg zum schnellen Farblook führt über Ebene > Neue Einstellungsebene > Color Lookup. Hier habe ich etwa die 3DLUT-Datei FoggyNight (Deckkraft: 75%), sowie Kodak 5218 (Deckkraft: 30%) aktiviert.

Farblook dank Color Lookup

Mit dem Tastenkürzel Umschalt+Strg+Alt+E kopierst du das Ergebnis auf eine neue Ebene, die sogleich über Strg+J kopiert wird. Nach einem Doppelklick auf die untere Ebene deaktivierst du den Rot- und Grün-Kanal. Bei der oberen Ebene deaktivierst du dagegen den Rot-Kanal. So zeigt Photoshop nur die übrigen Farbkanäle an, was gleich sichtbar wird.

Fülloptionen eingestellt

Drücke V für das Verschieben-Werkzeug und verschiebe die eine Ebene etwas nach links, die andere etwas nach rechts. Wer mag, zeichnet noch einige Dreieck mit verschiedenen Größen, Farben, Füllmethoden und variierender Deckkraft ein. Solch ein Dreieck kannst du etwa mit dem Polygon-Werkzeug gestalten. Setze dabei einfach in der Optionsleiste die Seiten auf drei.

Hipster-Stil schnell umgesetzt

Photoshop-Killer-Trick #3: Lichteffekt alter Analogfilme

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven. Forme da eine leichte S-Kurve und ziehe dann den Punkt in der unteren, linken Ecke etwas herauf, um die Schatten wieder etwas aufzuhellen. Aktiviere statt RGB den Rot-Kanal und setze an allen drei Schnittstellen Greifpunkte.

Ziehe den oberen Greifpunkt etwas nach oben, den unteren weiter nach unten. Auch im Grün-Kanal gehst du so vor. Im Blau-Kanal machst du genau das Gegenteil und ziehst also den Punkt oben, rechts nach unten, den Punkt unten, links nach oben. Diese Bearbeitung nennt man auch Crossentwicklung.

Crossentwicklung angewendet

Gehe im Menü auf Ebene > Neue Füllebene > Farbfläche und stelle da die Farbe auf #112233 (RGB 17, 34, 51) ein. Ändere dann die Füllmethode von Normal auf Ausschluss ab. So wird der Kontrast abgeschwächt und die Schatten etwas gefärbt. Aktiviere dann eine Neue Einstellungsebene > Fotofilter mit Warmfilter (85), aktiviere die Maske durch Anklicken und gehe im Menü auf Auswahl > Farbbereich und gebe da bei Auswahl: Lichter an. Der Filter wirkt sich so nur in der hellsten Bereichen aus.

Farben weiter angepasst

Erstelle eine Neue Einstellungsebene > Helligkeit/Kontrast und erhöhe die Helligkeit auf etwa 55. Auch der Kontrast wird leicht verstärkt. Ist die Maske aktiv, so drücke Strg+I zum Invertieren. Nun ist alles ausgeblendet und du kannst mit dem Pinsel, weißer Vordergrundfarbe und einer riesigen Werkzeugspitze von einer passenden Seite her einen Lichtschein einzeichnen.

Lichtschein generieren

Erstelle gleich zwei neue Ebenen und ändere jeweils die Füllmethode auf Negativ multiplizieren ab. Male mit dem Pinsel und einer großen, sehr weichen Werkzeugspitze von einer Seite (die Seite mit dem Lichtschein) einen orangenen Lichtstreifen ein, von der anderen Seite einen himmelblauen.

Lightleaks von zwei Seiten

So haben wir die typischen Farbfehler analoger Filme simuliert. Wer mag arbeitet noch mit Texturen, die wie hier über die Füllmethode Weiches Licht eingearbeitet wurde und noch einige Kratzer mitbringt.

Textur über Weiches Licht eingerechnet

Die hier vorgestellten Techniken können natürlich auch zusammen auf nur ein Foto angewendet werden. Photoshop setzt uns keine Grenzen.