Schon in analogen Fotografie wurde die Dodge & Burn-Technik angewendet. Diese Werkzeuge, in der deutsch-sprachigen Version Abwedler und Nachbelichter genannt, ermöglichen das gezielte aufhellen und abdunkeln von Bildbereichen. So steuerst du nicht nur die Lichtstimmung im Bild, sondern auch die Plastizität. Mit der Zeit haben sich auch in diesem Bereich ganz unterschiedliche Techniken entwickelt, die wir hier gemeinsam entdecken werden.

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 3 von 6
Bildmaterial: Eigenes, Stockmaterial
Werkzeuge im Einsatz: Abwedler, Nachbelichter, Matter machen, Hochpass, Pinsel

Zu lernen:

  • Grundlagen Dodge & Burn
  • Automatische Dodge & Burn-Ebene
  • Hochpass-Methode
  • Gradationskurven

Genutztes Bildmaterial:

Dodge & Burn-Technik #1: Der Klassiker

Die Basis dieser Methode ist eine mit neutralem Grau gefüllte Ebene. Drücke dazu Umschalt+Strg+N. Gebe der Ebene einen passenden Namen, ändere den Modus von Normal auf Ineinanderkopieren ab und aktiviere auch Mit neutraler Farbe für den Modus Ineinanderkopieren füllen (50% Grau). Die Berechnung Ineinanderkopieren sorgt dafür, dass hellere Bereiche weiter aufgehellt und dunkle Bereiche weiter abgedunkelt werden. Zunächst ist diese Ebene jedoch mit 50% Grau gefüllt, bei dem sich der Effekt aufhebt und einfach nichts passiert.

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Aktiviere das Abwedler-Werkzeug aus der Toolleiste und stelle im Dokument über die rechte Maustaste die Größe der Werkzeugspitze ein. Mit diesem Werkzeug kannst du gezielt Licht in die Komposition einzeichnen. Hier wurde etwa grob ein Schein von rechts, oben eingefügt und Bereiche des Superhelden-Anzuges hervorgehoben. Mit dem Nachbelichter-Werkzeug übernimmst du das Einzeichnen von Schattenbereichen.

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Dodge & Burn-Technik #2: Automatischer Dodge & Burn

Oft werden bei der Umsetzung der Dodge & Burn-Methode Highlights und Schatten noch etwas verstärkt, um das Bild noch plastischer wirken zu lassen. So ein Nachzeichnen aller Konturen beansprucht Zeit, kann aber auch automatisiert werden. Wir benötigen dazu zwei Kopien der Hintergrundebene, was etwa über Strg+J schnell erledigt ist. Die oberste Ebene wird nun über Strg+I invertiert. Ändere die Füllmethode dieser Ebene von Normal zu Strahlendes Licht ab. Es bleiben nur sehr wenige Pixel stehen.

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Es folgt Filter > Weichzeichnungsfilter > Matter machen. Dieser Filter lässt Konturen fast unberührt und konzentriert die Weichzeichnung auf die Flächen. Probiere einige Werte aus, wie etwa 35 zu 45, und sorge für eine leuchtend nachgezeichnete Version deines Bildes. Nach dem Bestätigen über OK sorgt Strg+E für ein Reduzieren auf die darunter liegende Ebene. Nach Umschalt+Strg+U zum Entfärben änderst du die Füllmethode auf Ineinanderkopieren ab. Sind dir die Details zu scharf gezeichnet, so wende den Gaußschen Weichzeichner an oder reduziere die Ebenendeckkraft. Wie du siehst, wurde so eine graue Ebene mit helleren und dunkleren Stellen erzeugt, wie sie bei der Dodge & Burn-Technik sonst von Hand gezeichnet werden.

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Dodge & Burn-Technik #3: Die schnellste Methode

Über Strg+J wird die Hintergrundebene einmal kopiert. Nach Umschalt+Strg+U, für eine schnelle Schwarzweiß-Umwandlung, änderst du die Füllmethode von Normal auf Strahlendes Licht ab.

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Es folgt Filter > Sonstige Filter > Hochpass, bei dem du den Wert sehr hoch einstellst. Bestätige über OK und klicke bei gedrückter Alt-Taste auf die Schaltfläche Ebenenmaske hinzufügen unten im Ebenenbedienfeld. Mit dem Pinsel, weißer Vordergrundfarbe und einer weichen Werkzeugspitze malst du nun an den Stellen den Effekt ein, wo sich eine Verstärkung der Strukturen lohnt. Über die Deckkraft steuerst du noch die Stärke des Effekts.

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Dodge & Burn-Technik #4: Gradationskurven

Für die Variante der Dodge & Burn-Technik erstellst du über Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven gleich zwei dieser Ebenen. Über einen Doppelklick auf den Ebenennamen kannst du diesen umbenennen: die oberste Ebene nennen wir Dodge, die darunter liegende Burn. Aktiviere die oberste Ebene und ziehe da die Linie in der Mitte nach oben. Aktiviere die untere Einstellungsebene und ziehe die Linie nach unten.

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Ändere bei beiden Einstellungsebene die Füllmethode von Normal auf Luminanz ab. So wirkt sich die Bearbeitung nur auf die Helligkeitswerte aus. Aktiviere auch jeweils die Maske und drücke Strg+I auf der Tastatur, zum Invertieren. Jetzt kannst du mit dem Pinsel und weißer Vordergrundfarbe in den Masken gezielt das Licht- und Schattenspiel einzeichnen. Reduzieren in der Optionsleiste die Deckkraft des Pinsels auf etwa 20%. So kannst du die Bearbeitung besser steuern.

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