Kreative, Künstler und Cutter finden immer noch ungesehene innovative Wege, Ideen mit Stockvideos umzusetzen – und das auf höchstem Niveau! Dabei wird ganz nebenbei nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld gespart. Stockvideos können die Produktion von Musikvideos bereichern – komplizierte und teure Aufnahmen werden mit den in diesem Artikel präsentierten Videos gekonnt umgangen.

Die Köpfe hinter den vorgestellten Videokunstwerken haben den Einsatz von Stockmaterial auf ein völlig neues Niveau gebracht – dafür wurden u. a. riesige Mengen an Stockvideos zum Einsatz gebracht und einzigartige Videoideen umgesetzt:

1. »Go Up« von Cassius

Im Splitscreen-Video »Go Up« von Cassius finden ungewöhnliche Bildkombinationen zusammen. Es wird provoziert und unterhalten. Der in Paris lebende Videoregisseur Alex Courtès hat Unmengen an Stunden damit verbracht, stimmige Bildpaare auszuwählen und zusammenzuschneiden. Die einzelnen Videos stehen sich diametral entgegen, passen immer perfekt zusammen und beeindrucken in der Kombination durch eine völlig ungesehene Ästhetik.

Außerdem wird der Text des Songs mit den Bildkombinationen auf spannende Weise begleitet – so schwimmt der Betrachter bei der Zeile »like a child’s balloon filled with helium« einem Baby gleich im Leib einer Mutter in Richtung Weltraum. Provoziert? Verwirrt? Fasziniert? Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat Courtès genau dieses Gefühl erzeugen wollen. Zudem wird der eingängige House-Song von Cassius von Pharrell Williams und Cat Power bestmöglich vorwärts getrieben – ein visuelles Erlebnis.

Courtès’ neueste Arbeiten findet ihr auf seiner Website »

2. »You Can’t Be My Girl« von Darwin Deez

Keith Schofields lustiges und immer wieder gern gesehenes Musikvideo für Darwin Deez’ Single »You Can’t Be My Girl« besteht komplett aus Stockvideos, die mit Aufnahmen von Deez selbst ergänzt wurden. Die Clips wurden gezielt dafür ausgewählt, Deez’ vorausahnendes Starren mit postkartenähnlichen Videomotiven von Frauen, Paaren und Familien zu füllen.

Der Sänger selbst hält sich dabei meistens irgendwo im Hintergrund auf und schaut den unterschiedlichen Menschen während dem Singen und Gitarrenspielen zu. Es werden eine ganze Reihe allgemeiner Stockaufnahmen präsentiert. Die Wirkung der sehr allgemein gehaltenen, flachen Stockaufnahmen wird im Zusammenschnitt übersteigert. Der Song und Text wird auf charmante Art und Weise begleitet. Mit der Zeit erkennt man den Witz der Videoidee und findet dabei sogar Gefallen an den übersteigerten, stark klischeehaft ausgewählten Stockbildern. Respekt gebührt Schofield außerdem für die hervorragend umgesetzte Greenscreen-Technik.

Folgt Darwin Deez hier und folgt Schofields beeindruckenden Videos auf seiner Website »

3. »Bound 2« von Kanye West

Auch Popgrößen wie Kanye haben keine Angst vor Stockvideos, im Gegenteil. Fakt ist, dass er und der Regisseur (Modefotograf Nick Knight) Stockvideos auf fast liebevolle Art und Weise einsetzen – in dem Musikvideo für »Bound 2.« wird das eindrucksvoll bemerkbar. Darin werden weitläufige Landschaften und Clips mit galoppierenden Pferden zu einem ziemlich speziellen Traumbild zusammengeschnitten. Die Szenerien verschwinden dann abrupt im Hintergrund, sobald Kanye selbst auftritt.

Als »höchste Kunstform« lobpreist Alicia Lu im TheBlot-Magazin das Video (zugegeben, es lässt sich eine etwas komödiantische Note in ihren Worten herauslesen). »Bound 2« macht laut Alicia eine ganz eigene Kunstgattung auf. Mit dem Video würde die Welt der Musikvideos revolutioniert und mittels Stockvideos würde Ironie hier zum Mittel »esoterisch zeitgenössischer Kunst.«

Mehr Fotos und Filme von Nic Knights findet ihr auf seiner Website »

4. »Up&Up« von Coldplay

Einen Grammy für das »Beste Musikvideo« bekommt man nicht einfach so verliehen. Die kreativen und technischen Leistungen, die in dem Musikvideo für Coldplays »Up&Up« sichtbar werden, können gar nicht genug gelobt werden. Indem Stockvideos gelungen ergänzt und zusammengeschnitten wurden, ist es den Regisseuren Vania Heymann und Gal Muggia gelungen, eine bildgewaltige, berauschend surreale Videowelt zum Leben zu erwecken.

Die visuelle Extravaganz des Videos zeichnet sich durch ein nie enden wollendes Fest surrealer Bildzusammenschnitte aus, in denen die Band gigantengleich inmitten von riesigen Berglandschaften spielt. Stockvideos werden hier auf umwerfend neue Art und Wiese kombiniert: Bilder von riesigen Tanklastern, die in Badewannen dahingleiten, und Adler, die ihre Flügel in einem schier unendlichen Ozean ausbreiten, ziehen den Zuschauer magnetisch an.

Die Websites von Gal Muggia und Vania Heymann sollte jeder Kreative gesehen haben.

5. »Nangs« von Tame Impala

Klar, das hier ist nicht das »offizielle« Musikvideo für Tame Impalas Song »Nangs« und die verwendeten Stockvideos sind voller Wasserzeichen (der Cutter hat den Effekt mit Sicherheit aus künstlerischen Gründen im Bild belassen).

Der »Stockvideo-Alptraum« von Filmemacher Ben Aston wurde über 35.000-mal auf Vimeo angesehen. Das auch, weil die Aufnahmen gewöhnlicher Arbeitsplätze in dem Video unglaublich hypnotisierend und befremdlich übersteigert »stockmäßig« wiedergegeben werden. Perfekt wurden langatmige Slow-Motion-Aufnahmen von Betriebsfeiern und irritierende Office-Szenarien zusammengeschnitten. Astons herrlich verrückte Videovision spricht damit auch für die unglaubliche Vielfalt heutiger Video-Archive.

Klickt hier und entdeckt mehr von Astons Arbeiten. 

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