Bärte liegen im Trend, nicht erst seit Conchita Wurst. Und so ein Bart ist ja auch eine optisch herausragende Sache. Doch wenn (wie beim Autor dieses Beitrages) die Stoppeln eher spärlich wachsen und an manchen Stellen praktisch eine haarlose Wüste herrscht, so ist das nun wirklich kein ästhetisches Vergnügen und man sollte nachhelfen. Mit etwas Photoshop-Zauber bekommen wir dieses Problem leicht in den Griff. So erzeugen wir ein einzelnes, perfektes Haar und nutzen dieses in hunderten Folge-Varianten, um Haare von Photoshop einzeichnen zu lassen.

Informationen

Schwierigkeitsgrad: 3 von 6
Bildmaterial: Eigenes, Stockmaterial
Werkzeuge im Einsatz: Pinsel, Auswahl-Rechteck, Pinseleigenschaften

Zu lernen:

  • Haare zeichnen
  • Werkzeugspitze erstellen
  • Haare auffüllen

Gesichtsbehaarung-Schritt #1: Haar einzeichnen

Zum Glück hilft uns Photoshop bei der Bearbeitung, so dass nicht wirklich jedes Haar einzeln gemalt werden muss. Selbst die unterschiedlichen Farbschattierungen im Haar werden wir dabei von unserer liebsten Bildbearbeitung simulieren lassen. Der schwierigste Teil ist wohl das Zeichnen eines dünnen, schönen Haares. Nicht zu lang, nicht zu kurz.

Aktiviere dazu den Pinsel und Schwarz als Vordergrundfarbe. Über das Tastenkürzel Umschalt+Strg+N ist schnell eine neue Ebene erzeugt. Stelle über einen Rechtsklick im Dokument die Härte auf etwa 80%, die Pinselgröße auf 2 bis 4 Pixel ein, je nach Bildgröße. Allemal: Ein feines Haar ist unser Ziel. Hilfreich ist es, mit einem Grafiktablett zu arbeiten. Wer das nicht besitzt, der ruft das Fenster > Pinsel auf, aktiviert Transfer und da unter der ersten Steuerung: Verblassen um den Wert 50. So ist nach einigen Versuchen ein schönes Haar schnell entstanden.

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Gesichtsbehaarung-Schritt #2: Haar als Werkzeugspitze

Wir brauchen eine Ebene unterhalb der aktuellen Ebene. Klicke dazu im Ebenenbedienfeld die Schaltfläche Neue Ebene erstellen bei gedrückter Strg-Taste an. So wurde die Ebene unterhalb der aktuellen Ebene erzeugt, statt oberhalb.  Aktiviere das Auswahlrechteck-Werkzeug und wähle den Bereich um das gezeichnete Haar grob aus. Über Umschalt+F5 wird Fläche füllen aufgerufen, wo Inhalt: Weiß unsere Wahl ist. Nach dem Bestätigen sehen wir also ein gezeichnetes Haar über einem kleinen, weißen Hintergrund.

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Und zur Erzeugung einer eigenen Werkzeugspitze verlangt Photoshop genau diese Form: Schwarz auf Weiß. Laufen die Ameisen der Selektion noch, so folgt Bearbeiten > Pinselvorgabe festlegen im Menü. Ich nenne den Pinsel „Haar“ und bestätige über OK.

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Gesichtsbehaarung-Schritt #3: Pinsel einstellen

Strg+D hebt die Auswahl auf und die beiden erstellten Ebenen können nun ausgeblendet werden, über einen Klick auf das Augensymbol im Ebenenbedienfeld. Nach dem Erstellen einer neuen Ebene folgt wieder Fenster > Pinsel, um diesen perfekt einzustellen. Klicke da auf Pinselform und ändere den Winkel auf 90 Grad ab. Erhöhe den Abstand auf 40%. Es folgt Formeigenschaften, wo der Größen-Jitter auf 100% eingestellt wird. Jitter sind praktisch Zufallsgeneratoren, der hier automatisch für verschiedene Größen während des Malens sorgt.

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Stelle da auch den Winkel-Jitter rauf, auf etwa 10%, und den Rundheit-Jitter auf etwa 40%. Beim Winkel-Jitter wird noch die Steuerung auf Richtung umgestellt, um die Barthaare immer in Richtung der Mausbewegung wachsen zu lassen, was die Bearbeitung später doch stark vereinfacht. Wer mag, aktiviert in diesem Bereich x-Achse spiegeln – Zufall. Es folgt Streuung mit Beide Achsen aktiviert und Streuung auf etwa 200%. So werden die Haare ganz zufällig und auch neben der Pinselspur verteilt. Unter Transfer wird der Deckkraft-Jitter auf etwa 100% eingestellt. Verblassen sollte jetzt deaktiviert sein.

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Gesichtsbehaarung-Schritt #4: Haare einzeichnen

Über den Abstand wird definiert, ob die Haare dicht oder eher spärlich wachsen. Damit auch die Haarfarbe perfekt passt, nehmen wir für die Vorder- und Hintergrundfarbe eine helle und eine dunkle Farbe aus den vorhandenen Haaren auf. Aktiviere dazu das Pipette-Werkzeug und klicke den helleren Farbton an. Halte dann die Alt-Taste gedrückt (so wird die gleich die Hintergrundfarbe geändert) und klicke den dunkleren Farbton an.

Aktiviere den Pinsel und im Pinselbedienfeld die Farbeinstellungen. Der Vordergrund-/Hintergrundjitter sollte da schon ausgewählt sein. Pinselstrich für Pinselstrich können nun Lücken im Bart aufgefüllt werden. Natürlich kannst du auch weitere Ebenen anlegen, du kannst ständig die Haargröße anpassen, sowie den Abstand neu definieren.

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Gesichtsbehaarung-Schritt #5: Haare mit Highlights

Je nach Lichtfall erscheinen selbst schwarze Haare dann und wann weiß, da sie das Licht stark reflektieren. Auch das können wir simulieren: Stelle dazu die Vorder- und Hintergrundfarbe auf Weißtöne ein und erhöhe den Abstand. Auf einer eigenen Ebene entstehen dann die Highlights. Damit sollten wir es nicht übertreiben, es sei denn ein leicht angegrauter Bart ist das Ziel.

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Photoshop bietet uns sämtliche Optionen, realistische Haare einzuarbeiten und einen Bart, aber auch Kopfbehaarung, weitaus voller wirken zu lassen. Und immer wieder beeindruckt die Software, wenn Kombinationen verschiedenster Funktionen zu solch guten Ergebnissen führen.