Startseite Design Kollektionen Leuchtkasten Kaune, Posnik, Spohr: Wir sind angstfrei

Shutterstock macht die Arbeit spannender Kreativer bekannt und beleuchtet neue Wege etablierter Unternehmen. In Köln haben wir mit Michael Kaune, Lisa Posnik und Philip Spohr gesprochen. Die drei führen KPS – eine Agentur für Kommunikation, einen Verlag, der das QVEST Magazin herausgibt – ein Zeitgeistkompendium mit dem Schwerpunkt Lifestyle in Mode, Kultur und Einrichtung, einen angeschlossenen Onlineshop für Interior Design, das QVEST hideaway – ein Hotel und eine Galerie für zeitgenössische Fotografie. Wie das alles zusammengeht, haben sie uns im Interview verraten.

 

Ihr seid in verschiedensten Unternehmensbereichen tätig. Könnt ihr euch kurz vorstellen und wie habt ihr eigentlich zusammengefunden?

Philip: Uns verbindet ganz klar der Agenturhintergrund. Michael und ich haben schon früher zusammengearbeitet. Als Michael KPS in Köln gegründet hat, habe ich in Berlin gearbeitet. Wir blieben aber die ganze Zeit in Kontakt und wollten wieder zusammenarbeiten. Gemeinsam haben wir dann ein Standbein in Berlin gegründet; wegen der vielen Kunden in Köln kam ich schlussendlich wieder in die Domstadt zurück. Lisa war damals schon in Köln und hat bei KPS gearbeitet. Wir wussten einfach, dass wir gut zu dritt im Team funktionieren.

Könnt ihr die QVEST, den Online-Shop und das QVEST hideaway kurz vorstellen?

Michael: QVEST ist ein deutsches Modemagazin mit internationalem Anspruch, das mit Kompetenz und Leidenschaft über Themen wie Fashion, Lifestyle, Design und Architektur bis hin zu Kunst und Kultur berichtet. QVEST kuratiert den aktuellen Zeitgeist und bietet seinen Lesern ein ausgewähltes, vorselektiertes Spektrum an exklusiven Produkten und Geschichten. Dabei arbeiten wir mit Autoren, Fotografen, Stylisten und Künstlern in Modemetropolen wie New York, London, Paris und Berlin. Wir verstehen uns als Zeitgeistkompendium. Deshalb erscheint das Magazin auch nur
4 x jährlich, dafür aber mit 300 Seiten in einer hohen inhaltlichen Stärke. Printmedien haben aus unserer Sicht nicht mehr den Anspruch der Tagesaktualität. Es geht eher um Dokumentation. Die QVEST ist im Grunde mehr Buch als Magazin – man sammelt unsere Ausgaben auch gerne.

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Das Magazin ist für Menschen gedacht, die sich für Mode, Design und Kultur gleichermaßen interessieren. Unsere Artikel sind oft etwas länger als anderswo. Wir gehen öfter in die Tiefe und legen ganz besonderen Wert auf die Modefotografie. Was dazu führt, dass internationale Fotografen sehr gerne mit uns zusammenarbeiten, weil wir eine Bühne bieten, die es so sonst nur selten gibt. Das heißt, dass wir keine harten Briefings vorgeben, was wiederum oft zu Arbeiten führt, die in Ihrer Ausprägung freier sind als die üblichen Modestrecken.

Das THE QVEST hideaway ist ein Hotel, das sich im historischen Stadtarchiv, einem neogotischen Gebäude mitten in Köln, befindet. Es ist eine Art Zufluchtsort inmitten des Kölner Zentrums und liegt an einem nahezu geheimen historischen Platz, dem Gereonskloster. Es ist ein sehr schöner Ort, der auch ein Stück Zuhause ist. Es war eine sehr überlegte Entscheidung, das Hotel hier einziehen zu lassen. Wir wollten eine Umgebung schaffen, in der man sich wohlfühlt. Konzipiert ist das Hotel für Menschen, die sehr bewusst sehen und ihre Umgebung vordergründig nicht über Funktion, sondern über Komposition wahrnehmen.

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Im Hotel befinden sich sowohl Bilder aus der Galerie als auch aus privater Sammlung. Das Konzept macht eine Mischung aus Hotel und Ausstellungsraum aus, wo Menschen zu Gast sind, die ein ausgeprägtes Verständnis für zeitgenössische Kunst und Interior Design haben. Die 34 Zimmer sind individuell mit Mid-Century Design und Bauhaus Klassikern eingerichtet. Unsere Gäste schätzen diese Umgebung, die wir bewusst nicht aktiv bewerben. Das Haus findet seine Gäste selbst. Zumeist wird das Hotel weiterempfohlen.

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Das QVEST Magazin gab es früher doch auch online?

Philip: Ja, wie so viele andere haben auch wir uns die Frage gestellt, wohin das schlussendlich führt. Also haben wir das, was im Magazin passiert, nicht mehr 1:1 online abgebildet, sondern sind im letzten Jahr mit einem neuen digitalen Angebot an den Markt gegangen – einem kuratierten QVEST Onlineshop für zeitlose Design Klassiker oder welche die es werden können. Hier bringen wir unser gemeinsames Verständnis für Produkte ein, die unser Leben täglich verschönern können – von Wein und Tee über Licht bis hin zum Sofa und Bürodrehstuhl. Wir vertreiben ausschließlich »Originale« von namhaften Herstellern wie Flos, Gubi, Vitra, Zanotta, Classicon, Tecta u. a. Die handwerkliche Qualität und Verarbeitung und natürlich die inhaltliche Langlebigkeit spielen bei der Auswahl eine wichtige Rolle.

 

Wer macht hier was?

Lisa: Innerhalb der Agentur arbeiten alle zusammen. Bei uns gibt es keine starr aufgeteilten Positionen, die man so vielleicht klassisch kennt. Was uns auszeichnet ist das Team und das Miteinander. Jeder hier fängt auch das auf, was beim anderen gerade zu viel auf dem Schreibtisch liegt. Im Alltag haben sich natürlich Schwerpunkte ausgebildet. Austausch und Flexibilität machen uns aus und begründen auch unsere kreative und konzeptionelle Stärke. Neben den gemeinsamen Agenturaufgaben kümmert sich Michael aktuell verstärkt um das Hotel, den Verlag und die Galerie, Philip und ich um den Online Shop, der insgesamt recht komplex ist.

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Philip: Lisas besondere Stärke ist ihre ausgeprägte Empathie. Sie bewahrt den Überblick, kann gut vermitteln und agiert in der jeweiligen Situation immer äußerst objektiv. Wenn‘s mal kontrovers zugeht, kann sie sich immer schnell in Standpunkte eindenken und findet dann meistens auch einen Weg – selbst wenn das bedeutet, dass man einen ganz neuen gehen muss.

Lisa: Michael ist Querdenker. Er hat Ideen, vor denen mancher anfangs erschreckt. Er kann gut verknüpfen, neu interpretieren und bringt damit die notwendige Lebendigkeit in Projekte. Philip ist ebenfalls ein sehr kreativer Kopf und setzt sich intensiv mit Themen auseinander. Seine Eigenschaft, ständig neue Impulse zu geben und sein hoher Anspruch an die Umsetzung tragen wesentlich dazu bei, uns neu zu hinterfragen und zu verbessern.

 

Philip, warum bist du wieder von Berlin nach Köln kommen?
Das kann man heute doch online regeln.

Philip: Ich glaube nach wie vor, dass ein persönliches Gespräch weitaus effektiver ist als jede Videokonferenz oder ein E-Mail-Thread. Viele unserer Kunden sind innerhalb 1 h Autofahrt erreichbar. Das ist auch ganz bewusst so. Dadurch kann man sich auch mal sehr effektiv beim Kaffee updaten – wenn man vor Ort ist braucht es nicht immer das große Meeting.

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Ist Köln für euch als Standort wichtig und was bedeutet Köln für euch?

Michael: Ich bin gebürtiger Kölner. Und natürlich ist man da, wo man aufgewachsen ist, auch besser vernetzt. Köln ist relativ unaufgeregt und entspannt. Hier muss kein Hype um alles gemacht werden.


Was für Kunden oder was für Sparten betreut eure Agentur?

Lisa: Wir sind nicht auf Sparten fokussiert. Der Kundenstamm ist organisch gewachsen – egal ob B2C oder B2B. Diese Vielfalt begründet auch unsere Motivation. Viele Projekte befruchten sich gegenseitig. Überall wo man hinkommt, kann man neue Impulse einbringen, weil wir die Augen für viele wichtige und interessante Dinge offen halten. Wir finden heraus, was für unsere Kunden richtig ist. Es kann sein, dass wir auch mal widersprechen müssen, selbst wenn wir mit der zunächst gewünschten Lösung mehr verdienen würden. Wir schaffen Relevanz, das macht die Freude an unserer Arbeit in allen Bereichen aus.

Michael: Das Menschliche ist uns sehr wichtig, wenn das nicht passt, lassen wir es auch mal. Es gibt keinen Grund für Menschen zu arbeiten, auf die man keine Lust hat. Wir haben nicht den Hang dazu, uns quälen zu müssen. Das macht auf Dauer keinen Sinn.

Philip: Wir sind das, was man üblicherweise »Full-Service-Agentur« nennt. Klar ist, dass wir in Spezialbereichen und je nach Auslastung auch mit externen »Freien« arbeiten, wenn es Sinn macht. Wenn wir eine bestimmte Expertise nicht im Haus haben, dann können wir auf ein gewachsenes Netzwerk an Spezialisten zurückgreifen.

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Was zeichnet KPS aus?

Philip: Neugierde. Die Lust an ernsthafter Zusammenarbeit. Keine Ellenbogenmentalität. Flache Hierarchien. Persönlicher Austausch.

Michael: Unser Team arbeitet größtenteils schon sehr lange zusammen. Langfristigkeit ist auch ein wichtiger Schlüssel. Wir kennen uns und müssen uns nicht ständig erklären. Deswegen fühlt sich auch niemand auf den Schlips getreten, wenn es mal direkter zugeht.

Lisa: Wir sind eine sehr uneitle Agentur und alle drei sehr bodenständig. Wir verstehen uns als Dienstleister und setzen deswegen auf Kundenbeziehung. Bei uns sagt man sich die Meinung und das ist aus unserer Sicht auch was echte Beratung ausmacht. Wir arbeiten nicht stumpf nach Briefing, sondern finden erst einmal für uns selber heraus, was wirklich wichtig ist. Manchmal stellt man im Entwicklungsprozess fest, dass ein Kunde doch eigentlich was völlig Anderes will, als er anfangs vielleicht im Kopf hatte. Dann drehen wir, wenn‘s sein muss, auch mal Extrarunden.

Michael: Wir haben kein Mission-Statement und arbeiten nicht mit irgendeiner fest gemeißelten Philosophie. Beratung findet wie in einer echten Beziehung statt, das bedingt immer auch eine gewisse Flexibilität. Man muss jeweils für sich selbst entscheiden, wie weit man wo und wann geht. Egal was passiert, es geht immer um die Sache und die ist eine gemeinsame – also muss man auch Entscheidungen gemeinsam tragen. Es geht nicht darum, alles zu machen, nur damit es weitergeht. Wenn die Inhalte verloren gehen, um keine Fehler zu machen, ist das schlechte Arbeit.

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Sind Wettbewerbe für euch wichtig?

Lisa: Nein, wie schon gesagt, wir sind uneitel. An Wettbewerben nehmen wir nicht teil. Unser primäres Ziel ist es, unsere Kunden erfolgreich zu machen, dann sind wir am Ende auch erfolgreich.


Wie gelingt euch herausragende Kreation? Woraus schöpft ihr da?

Michael: Kreativität wohnt in einem selber. Man kann sie lediglich entwickeln. Inspiration kann man überall erfahren. Ich halte es aber für sehr schwierig, wenn man sich einen Kanal rauspickt und sich zum Beispiel nur übers Internet inspirieren lässt. Der Schuss geht nach hinten los. Das wird irgendwann für jeden Kreativen gefährlich. Man muss die Neugierde und ein notwendiges spielerisches Hinterfragen in allen Lebenssituationen anwenden. Für einen Kreativen kommen eigentlich überall interessante Fragen auf. Überall können spannende Querverbindungen aufgemacht werden. Eine gewisse Lockerheit und Offenheit muss man sich bewahren und man sollte Menschen, Ideen und neuen Situationen gegenüber zugänglich bleiben. Für Kreativität gibt es aber keinen Plan, kein Rezept, wird es nie geben.

Philip: Als Kreativer wird man immer auch aus dem Alltag ausbrechen wollen. Man geht raus und interessiert sich für anderes um es zu katalysieren und in neuem Kontext anzuwenden.

Michael: Es ist oft sehr einfach, mit sehr viel Geld schöne Dinge zu produzieren. Manchen gelingt selbst das nicht. Viel spannender ist es, wenn gute Kreation mit begrenztem Budget gelingt. Das ist eine Herausforderung, macht oft sehr viel Freude und bringt gehaltvolle Ergebnisse hervor.

Lisa: Es ist ja in der Regel so, dass nicht nur eine Person die Idee hat, wir machen das alles hier ja auch nicht allein, wir haben tolle Mitarbeiter. Im Bereich Kreation ist bei uns schlussendlich niemand nur auf sich gestellt. Gute Ideen entstehen meist im gemeinsamen Austausch, wenn verschiedene kreative Kräfte zusammenwirken.

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Wie bringt ihr eine Agentur, einen Online-Shop, eine Modezeitschrift, ein Hotel, und eine Galerie, zusammen? Wie geht das und was motiviert euch daran bis heute?

Lisa: Grundsätzlich sollen sich alle Geschäftsbereiche selbst tragen und gewähren dabei zudem eine Menge gegenseitiges Potential. Das Schöne an unserem Konstrukt ist, dass sich in Bezug auf den Arbeitsaufwand und die Ertragssituation jeweils wechselnde Peaks bilden, die sich untereinander ausgleichen. Alle Bereiche funktionieren eigenständig und werden für sich geführt. Sobald sich Querverbindungen auftun und diese Sinn machen, nutzen wir diese natürlich. Alle Bereiche greifen inhaltlich ineinander. Im Idealfall zahlt also alles aufeinander ein.

Michael: Wir haben unsere Leidenschaften so weit getrieben, dass wir uns tagtäglich damit beschäftigen können und dürfen jeden Morgen mit Freude zur Arbeit gehen. Unsere Aktivitäten gehen damit weit über das notwendige Geldverdienen hinaus. Wir sind irgendwie angstfrei. Das zeichnet uns als Menschen und Unternehmen aus. Wir sind dabei nicht bedenkenlos und schieben auch mal eine Idee nach hinten, denn neben Inhalt und Umsetzung ist oft das Timing entscheidend. Insgesamt bemühen wir uns bei allem was wir machen, unaufgeregt und entspannt zu sein. Ich glaube, wir tragen ein Urvertrauen in uns, das wir miteinander teilen und das uns dabei hilft, eine Vielfältigkeit in unserem Tätigkeitsspektrum möglich werden zu lassen.

 

Kaune, Posnik, Spohr GmbH
Zeughausstraße 13
50667 Köln
frontdesk@kps-kommunikation.de

www.kps-kommunikation.de
www.qvest.de
www.qvest-hotel.com
www.gallery-kps.com

 

Zum KPS Agentursitz in Köln haben wir euch eine „Kölner Bildkollektion“ zusammengestellt » 

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Den im Video eingesetzten Sound gibt‘s natürlich auf Shutterstock Musik:

King von Benny Hawes

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The Future Holds a Beat von Virtual Boy

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Knobs and Buttons von Neon Logic

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Doorknob Twist von MING + FS

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Design Director: Philippe Intraligi
Interview: Nina Kradepohl, Valentin von Vacano
Kamera: Halil Özet
Fotos: Videoauszüge von Halil Özet
Ton: Frank Hommel, Rainer Kzonsek
Schnitt: Leonhard Lierzer


Vielen Dank an Markus Menke und das gesamte KPS-Team!

 

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