Unsere Designer haben die diesjährigen Oscar-Nominierungen der Kategorie »Bester Film« als Pop-Art-Poster reinterpretiert und sich dafür Stilmittel weltberühmter Künstler bedient.

Eine von Tragödien erschütterte Kleinstadt, eine Welt im Krieg, ein undurchsichtiges Forschungslabor, das verträumte Italien der 80er Jahre, ein ungeahnt dunkler Vorort – die Film-Nominierungen der Oscars 2018 reichen über unterschiedliche Epochen und Orte. Entsprechend dieser Vielfalt steht »Oscar Pop!« dieses Jahr unter dem Einfluss vielfältiger Kulturen und Künstlern aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Japan, Frankreich und Österreich.

Mittlerweile ist es schon fast Tradition – jedes Jahr reinterpretieren unsere Inhouse-Designer die Oscar-Nominierungen der Kategorie »Bester Film« im Stil eines jeweilig favorisierten Pop-Art-Künstlers. Unterstützend steht hier die riesige Shutterstock Kollektion zur Seite. »Oscar Pop!« geht dieses Jahr in die sechste Folge, der interne Contest zählt zu den Lieblingsprojekten unserer Designer. Verständlich, weil hier mit allen denkbaren Styles, Ideen und unserer riesigen Kollektion experimentiert werden kann.

Mit so unterschiedlichen Film-Nominierungen – von Kriegsfilmen über Filme zum Erwachsenwerden zu nostalgiegeladenen Monsterstreifen und außergewöhnlichen Horrorverweisen – fesseln unsere diesjährigen Posterentwürfe mit ungesehenen Pop-Art-Interpretationen verschiedenster Genres und Styles.

Es lohnt sich übrigens auch, die begleitenden Gedanken und Notizen unserer Designer zu den Poster-Entwürfen zu überfliegen. Also viel Spaß beim Sichten!

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Poster von Jackelyne Castillo

Der englische Künstler Olly Moss ist berühmt für seine erfundenen Filmposter, deswegen erschien er mir für dieses Projekt passend. Der Film besticht durch eine relativ komplexe Handlung, in der eine Mutter mit der Ermordung ihrer Tochter und den Folgen dieser schrecklichen Tat zu kämpfen hat. Ich setzte den Stil von Moss dafür ein, die in dem Film verborgenen Details und Verstrickungen offensichtlich zu machen – die leidende Mutter, der von ihr wegen Tatenlosigkeit beschuldigte Polizist und die gebuchten Plakatflächen, mit denen die Mutter ihre Verzweiflung öffentlich macht.

The Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

Poster von Kia Delgado

In Das Flüstern des Wasser geht es um Elisa, eine stumme Frau, die sich in ein mysteriöses, menschlich wirkendes Fischwesen verliebt. Der Film zeichnet sich u. a. durch seine blaugrüne Farbigkeit aus, das mich an Kiki Kogelniks Arbeiten erinnert hat. Kogelnik hatte außerdem großes Interesse am Feminismus, der Frauenbewegung und neuen Technologien – was an Elisas Arbeit als Putzfrau in einem geheimen US-Labor der 60er Jahre anknüpft. 

Dunkirk

Poster von Brandon Lee

Dunkirk hat mich wegen der sehr nahen, fast verinnerlichten Wiedergabe vieler Kriegsschrecken sprachlos gemacht. Ich habe mich für eine eher unkonventionelle Interpretation des Films entschieden und mich hierfür von Takashi Murakamis Arbeiten inspirieren lassen. Ich setzte seinen psychedelischen, wunderbar lebendigen Stil dafür ein, eine Spitfire als monsterartig unwirkliches Wesen zum Leben zu erwecken und dieses quasi aus dem blutroten Nichts heraus auftauchen zu lassen.

Phantom Thread – Der seidene Faden

Poster von Flo Lau

Mitten in der Modewelt geht es bei diesem Film um die heftige und sehr emotionale Bindung des Modedesigners Reynold Woodcock zu seiner Muse Alma. Inspiriert von der französischen Künstlerin Malika Favre und ihren klaren minimalistischen Grafiken habe ich in meinem Poster Reynolds regimentartigen Tagesabläufe sichtbar machen wollen und mit den komplizierten Patterns die Komplexität der jeweiligen Beziehungsmuster darstellen wollen. In meinem Plakat werden zudem Bezüge in Richtung der in dem Film auftauchenden Schaufensterpuppe und einem ungewöhnlichen Pilz sichtbar.  

Get Out

Poster von Alice Lee

Obwohl er eher für seine farbenfroh tanzenden Figuren bekannt ist, war ein Großteil von Keith Harings Arbeiten dunkel gehalten und er begleitete auch schwere Themen wie Gewalt und Angst. Und gerade deswegen eignet sich sein Style so perfekt für Get Out – einen Horror-Film, in dem es um Rassismus geht. Harings Kritzeleien und Strichmännchen habe ich dann auch dafür eingesetzt, in dem Film auftauchende Elemente im Plakat auftauchen zu lassen, darunter eine Teetasse und ein Teelöffel, ein Hirsch und ein Polizeiauto.

Lady Bird

Poster von Brenda Luu

Lady Bird ist eine Tragikkomödie über eine junge Frau, die ihren eigenen Körper und ihre Sexualität entdeckt und sehnsüchtig darauf wartet, endlich erwachsen zu werden. Der Film hat mich direkt an Mel Ramos Arbeiten erinnert. Seine Bilder beleuchten die weibliche Sinnlichkeit und wirken dabei gleichzeitig provokativ und humorvoll.

Darkest Hour – Die dunkelste Stunde

Poster von Alice Li

Die Pop-Art-Bewegung im Vereinigten Königreich beschrieb die amerikanische Kultur ursprünglich von einer Außenperspektive aus. Also dachte ich, das ich die britische Perspektive auf das US-Geschehen mit meinem Filmplakat umdrehen und direkt auf das eigene Land ausrichten sollte. Winston Churchill habe ich deswegen im Collagen-Stil des britischen Pop-Art-Künstlers Richard Hamilton abgebildet – konkret verweist mein Plakat auf Hamiltons Bild John F. Kennedys. Beinhaltet sind hier jetzt natürlich wesentliche Elemente aus Darkest Hour, in dem Film führt Churchill sein Land durch den Krieg und übernimmt dafür notwendigen Mut und Verantwortung.

Call Me By Your Name

Poster von Tim Harrison

James Rosenquist bediente sich Bildern der Werbung, der Fotografie und Zeitschriften und ließ damit mysteriöse, mutige Kompostionen entstehen. Seine Fähigkeit, scheinbar voneinander getrennte Dinge und Objekte zusammenbringen und damit Geschichten zu erzählen, erinnerte mich an die sich stetig ausbreitende Liebesgeschichte des Films. Elio und Oliver bauen auf einen völlig unterschiedlichen Lebenslauf, sie befinden sich in scheinbar getrennten Lebensabschnitten und doch entsteht eben genau daraus etwas ungeahnt und überraschend Wunderbares. 

The Post – Die Verlegerin

Poster von Jenny Forrest

Die Verlegerin ist ein Film, in dem es um Worte geht. Im Kern geht es um mehrere Tausend Seiten beschriebenes Papier, dessen Inhalt niemals öffentlich werden sollte und den Kampf, eben diese Inhalte gedruckt zu bekommen. Der Plot eignet sich damit perfekt für ein Typo-Poster und ich habe mich bei meinem Entwurf Ed Ruschas Arbeiten bedient. Mit seinen Arbeiten hat Ed Ruscha Bilder der Popkultur mittels gewöhnlich wirkender Typo-Codes, Sätzen und Halbsätzen herausgearbeitet.

Alle für die Poster verwendeten Shutterstock Fotos, Vektorgrafiken und Illustrationen findet ihr hier in der Oscar Pop! Collection »

 

Ihr wollt mehr? Entdeckt unsere Oscar Pop! Poster aus den vergangenen Jahren (teilweise auf Englisch / US-Blog):

Oscar Pop! 2017 – Moonlight, La La Land und mehr
Oscar Pop! 2016 – Spotlight, Mad Max: Fury Road und mehr
Oscar Pop! 2015 – Birdman, Whiplash und mehr
Oscar Pop! 2014 – 12 Years a Slave, Gravity und mehr
Oscar Pop! 2013 – Argo, Django Unchained und mehr